- Andreas Deutsch - Redakteur

Egbert Prior: Dividendenwert mit Start-up-Fantasie

Er kennt die Aktienmärkte aus dem Effeff, hat alle Trends ganz genau im Blick. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse schreibt für Sie auf deraktionaer.de über seine Favoriten an der Börse. Das sind vor allem deutsche Nebenwerte mit hohem Kurspotenzial. Lesen Sie seine Analyse.

„Capsensixx ist im Juni an die Börse gegangen. Ausgabepreis 16 Euro am unteren Ende der Bookbuildingspanne (16 bis 19 Euro). Aktuell nur noch 12,79 Euro. Ein Abschlag von 20 Prozent. Eine günstige Einstiegsgelegenheit?

Wir sprechen mit Sven Ulbrich. Für das laufende Jahr rechnet der CEO mit einer Fortsetzung des profitablen Wachstumskurses und stellt ein starkes viertes Quartal in Aussicht. Bereinigt um durchlaufende Posten dürfte der Umsatz nach unseren Schätzungen 2018 auf 22 Millionen Euro steigen und der Nettogewinn – nach Abzug von Anteilen Dritter – ungefähr 2,3 Millionen erreichen.

Rund 80 Prozent der Erlöse entfällt auf die Kapitalverwaltungsgesellschaft Axxion, dabei geht es vor allem um die Administration von Investmentfonds, nicht zu verwechseln mit dem Portfoliomanagement.

Die zweite Tochtergesellschaft Oaklet ist ein Spezialist für Verbriefungen von Finanzprodukten. Vorstandschef Ulbrich streicht die starke Marktstellung von Axxion und Oaklet heraus. Das Geschäftsmodell ist stabil mit einem großen Anteil wiederkehrender Erlöse. Für das kommende Jahr veranschlagen wir das Umsatz- und Ergebniswachstum auf acht bis zehn Prozent. Nicht gerade aufregend.

Dividende im Fokus

Doch capsensixx hat das Potenzial, sich zu einem attraktiven Dividendenwert zu entwickeln. Ulbrich stellt in Aussicht, ungefähr 75 Prozent des Gewinns oder sogar mehr auszuschütten. Nach unserer Taxe könnten im kommenden Jahr 50 bis 60 Cent je Aktie fließen. Macht eine attraktive Rendite zwischen 3,9 und 4,7 Prozent.

Aktueller Börsenwert rund 44 Millionen. Das KGV schätzungsweise 19. Ok. Zumal die Frankfurter noch einen weiteren Pfeil im Köcher haben. Sie haben die Mehrheit eines Start ups der Fraunhofer Gesellschaft übernommen.

Die Tochter CORAIXX frisst Unmengen an Belegen und verwandelt diese in Windeseile zu kompletten Buchungssätzen. Der Künstlichen Intelligenz sei Dank. Dem Vernehmen nach zählt ein Reisekonzern mit drei Buchstaben zu den Kunden. Schon in wenigen Jahren soll CORAIXX für einen zweistelligen Millionenumsatz gut sein.

Solide und scharf zugleich

Der Mittelzufluss aus dem Börsengang – circa 4,4 Millionen – soll in den weiteren Aufbau des Start ups fließen. Die capsensixx-Aktie ist wenig liquide. Gut 75 Prozent der Anteile liegen beim Vermögensverwalter PEH. Fazit: Solide Hausmannskost gewürzt mit einer scharfen Chilli!

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