RNTS Media
- Andreas Deutsch - Redakteur

Egbert Prior: Dieses Unternehmen wächst flott mit mobiler Werbung

„Auf dem Kurszettel lassen sich immer wieder Entdeckungen machen, sagt Egbert Prior, langjähriger Herausgeber der Prior Börse. „Unternehmen, die kaum jemand kennt.“ So auch dieser Wachstumswert.

Nehmen Sie RNTS Media. De Jure in den Niederlanden ansässig, operativ aber in Berlin unterwegs. Gelistet im Prime Standard. RNTS betreibt eine Technologieplattform für mobile Werbung. Anbieter von Apps – Spiele, News, Services etc. – können darauf automatisiert Werbung platzieren. Schließlich wollen sie mit ihren Apps Geld verdienen.

30 Prozent der Werbeerlöse gehen an RNTS für Vermittlung und technische sowie finanzielle Abwicklung. 70 Prozent bekommt der Betreiber der App.

Zu den wichtigen Kunden zählen Axel Springer oder Huffington Post. Ein Wachstumsmarkt. Besitzer von Smartphones sind nur etwa 10 Prozent im „normalen“ Internet unterwegs. Den Rest ihrer Zeit beschäftigen sie sich mit Apps, allerdings ohne dafür zahlen zu wollen.

Was liegt also näher, als die Finanzierung durch Werbung. In der Branche grassiert Übernahmefieber. Bestes Beispiel RNTS selbst: 2014 erfand sich RNTS komplett neu und kaufte für 150 Millionen Euro die Technologieplattform Fyber. Es folgten 2015 und 2016 die Übernahmen von drei weiteren Spezialisten für mobile Werbung für zusammen mehr als 100 Millionen.

Im Gespräch mit der Prior Börse berichtet Finanzvorstand Luntz über enorme Wachstumsraten. 2016 war der Umsatz um 69 Prozent auf 218 Millionen gesprungen. Auch 2017 soll es weiter kräftig aufwärts gehen. Luntz stellt Erlöse in Höhe von 280 Millionen in Aussicht, das bereinigte EBITDA soll dabei drei Millionen übertreffen. Schwarze Zahlen auch unter dem Strich halten wir – wenn alles gut läuft – für 2018 möglich. Allerdings ist das Unternehmen bis dahin noch nicht voll durchfinanziert.

Etwa 30 Millionen fehlen noch, doch angesichts der spannenden Story sollte das machbar sein. Um die Aktionäre nicht zu sehr zu verwässern, ist eine Finanzierung durch Fremdkapital angedacht. Es existieren bereits Wandelanleihen im Volumen von 150 Millionen. Der Aktienkurs befindet sich mit 1,72 Euro (noch) ziemlich im Keller. Börsenwert knapp 200 Millionen.

Fazit: Viel Wachstum für wenig Geld. Ein „Restrisiko“ bleibt.

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