- Andreas Deutsch - Redakteur

Egbert Prior: Dieser Nebenwert ist wie Amazon

Er kennt die Börse aus dem Effeff. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse analysiert für Sie seine Favoriten: deutsche Nebenwerte. Lesen Sie seinen Beitrag.

"Der Internethandel wird immer wichtiger. Die Online-Umsätze sind im vergangenen Jahr um elf Prozent geklettert, während der stationäre Handel um zwei Prozent schrumpfte. Bei H&M, der zweitgrößten Modekette der Welt, die bislang kaum im Internet vertreten ist, brach der Gewinn zuletzt massiv ein.

Ganz anders die Situation beim Online-Bekleidungshändler Zalando. Zumal die Berliner auch die kritische Größe erreicht haben, um sich im Inernet gegen mächtige Wettbewerber wie Amazon oder ebay behaupten zu können. Denn auch kleinere Internethändler haben es immer schwerer, im Konzert mit den Großen überhaupt noch wahrgenommen zu werden.

Im laufenden Jahr peilt Zalando zum vierten Mal in Folge ein Umsatzwachstum zwischen 20 und 25 Prozent an. In der Mitte der Bandbreite ergäbe sich ein Anstieg der Erlöse um rund eine Milliarde auf circa 5,5 Milliarden Euro. Der operative Gewinn soll zwischen 220 und 270 Millionen landen, was einer Ebit-Marge von etwa vier bis fünf Prozent entspricht.

Zalando wird das Sortiment um Marken wie Swarovski oder Massimo Dutti erweitern und Ende März mit Kosmetika an den Start gehen. Zudem ist die Expansion in zwei weitere Länder geplant, aktuell sind die Hauptstädter auf 15 europäischen Märkten unterwegs. Im laufenden Turnus sollen 350 Millionen investiert werden. Im Bau befinden sich zwei Logistikzentren in Lodz und in Verona.

Ziel ist eine schnellere Belieferung. Durch individualisierte, speziell auf jeden Kunden zugeschnittene Angebote, möchte Zalando die Kauflust steigern. 2018 sollen 2.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden, die meisten davon in Berlin. 2017 stieg die Zahl der Beschäftigten bereits um 3.000 auf 15.000. Der Kurs unseres Musterdepottitels entwickelt sich gut. Gegenüber dem Ausgabepreis im Herbst 2014 (21,50 Euro) hat sich die Notiz mehr als verdoppelt auf aktuell 47,70 Euro. Das ist nicht weit entfernt vom Allzeithoch, das am 22. Januar diesen Jahres mit 49,06 Euro markiert wurde. Börsenwert rund 12 Milliarden.

Das KGV schätzungsweise 70! Das erscheint auf dem ersten Blick wie eine Mondbewertung. Doch für den Vorstand hat das Wachstum Vorrang gegenüber der Profitabilität. Damit setzen die Berliner das „Amazon-Prinzip“ um. CEO Rubin Ritter: „Wachstum ist die richtige Strategie zur langfristigen Wertmaximierung.“

Fazit: Zalando bleibt für uns ein klarer Kauf!“

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