- Andreas Deutsch - Redakteur

Egbert Prior: Diese Dividende ist einfach stark

Er kennt die Börse aus dem Effeff. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse schreibt für Sie über seine Favoriten: deutsche Nebenwerte. Lesen Sie seine Analyse.

„Jeder kennt sie: 4,4 Milliarden Euro Umsatz, mehr als 4.000 Mitarbeiter, 2,8 Millionen Kunden. Leben, Schaden, Kranken. Die wenigsten aber wissen, dass die Nürnberger Versicherung an der Börse gehandelt wird.

Über die aktuelle Situation und weitere Perspektiven sprechen wir mit Finanzvorstand Jürgen Voß. 2017 war ein starkes Jahr. Der Konzernnettogewinn machte einen Sprung von 59 auf 100 Millionen. Zum einen lief das Versicherungsgeschäft rund, zum anderen sorgten steuerliche Sondereffekte im Kapitalanlageergebnis für den Ausreißer nach oben. Der Umsatz stieg lediglich um 4,7 Prozent.

Für den laufenden Turnus stellt CFO Voß einen Konzerngewinn in Höhe von 50 Millionen in Aussicht. Die Halbierung hat im wesentlichen zwei Gründe: Einerseits fällt der Sondereffekt weg, andererseits erfordert die Digitalisierung des Geschäftsmodells erhebliche Investitionen.

Mit ihrer „Strategie 2025“ möchten die Franken eine „digitale Dividende“ einfahren. Die Assekuranz wird auf Effizienz getrimmt, außerdem soll die eigens gegründete Tochter Code Camp die Nürnberger durch Innovationen fit machen für das Internetzeitalter. Ziel der Strategie 2025 ist es, das Konzernnettoergebnis auf 100 Millionen zu schrauben.

Beim aktuellen Kurs von 70 Euro beläuft sich der Börsenwert auf rund 800 Millionen. Bei einem KGV (2018) von etwa 16 sind von der Aktie keine großen Sprünge zu erwarten. Die Nürnberger zählt aber zu den verlässlichsten Dividendenzahlern auf dem deutschen Kurszettel. Die letzten 26 Jahre wurde die Ausschüttung stets erhöht oder blieb zumindest konstant. Nach der HV im April wurden drei Euro ausgekehrt. Dividendenrendite üppige 4,3 Prozent! In der Regel möchte der Vorstand etwa 50 Prozent des Gewinns unter den Anteilseignern verteilen.

Wermutstropfen: Die Aktie ist nur wenig liquide. Im Schnitt werden täglich nur etwa 550 Papiere gehandelt. Streubesitz etwa 30 Prozent. Hauptaktionär ist mit 19 Prozent die Münchener Rück. Fazit: Grundsolider Dividendenwert.“

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