E.on
- Maximilian Völkl

E.on vor Zahlen: Das erwarten die Experten

Am kommenden Mittwoch legt der Energieversorger E.on seine Zahlen vor. Dabei wird ein deutlicher Gewinnrückgang erwartet. Der Konzern leidet vor allem unter der Energiewende. Die wegbrechenden Erlöse aus fossilen Kraftwerken sollen in Zukunft durch Auslandsaktivitäten in Brasilien und der Türkei, sowie durch das wachsende Ökostromgeschäft kompensiert werden.

Für das abgelaufene Jahr dürfte E.on seine Ziele weitestgehend erreicht haben, nachdem das Unternehmen die Prognose nach einem heftigen Gewinneinbruch im November nach unten korrigiert hatte. Inzwischen wird ein operatives Ergebnis von 9,2 bis 9,3 Milliarden Euro erwartet. Im Vorjahr hatte das EBITDA noch 10,8 Milliarden Euro betragen. Der um Bewertungseffekte bereinigte Konzernüberschuss soll sich von vier Milliarden auf 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro fast halbiert haben.

Analysten pessimistisch

Die Analysten erwarten die Daten am unteren Ende der vom Konzern vorgegebenen Range. Es wird im Durchschnitt mit einem Umsatzrückgang um acht Prozent auf 121,8 Milliarden Euro gerechnet. Das EBITDA wird mit 9,13 Milliarden Euro sogar unterhalb der Konzernschätzung prognostiziert. Auch das Nettoergebnis wird mit 2,26 Milliarden Euro konservativ geschätzt.

Problem Strompreis

Zu dem Gewinneinbruch bei E.on kam es vor allem aufgrund des sinkenden Strompreises. Aufgrund der zurückgehenden Nachfrage und des wachsenden Ökostromanteils haben viele europäische Versorger große Probleme. Da sich das Geschäftsumfeld seiner Meinung nach weiterhin verschlechtert hat, hat jetzt UBS-Analyst Patrick Hummel seine Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von elf Euro bestätigt. Die hohe Bewertung und der von ihm schwach erwartete Ausblick würden sein Votum belegen.

Rücksetzer

Nach dem Kursanstieg ist es bei E.on zuletzt wieder abwärts gegangen. Die Probleme, die der Konzern hat, sollten auf dem aktuellen Niveau eingepreist sein. Das profitable Unternehmen lockt zudem mit einer Dividendenrendite von 4,5 Prozent. Mit Spannung werden nun die Geschäftszahlen erwartet. Investierte Anleger sichern die Position weiterhin mit dem Stopp bei 11,50 Euro ab. Neueinsteiger warten die Zahlen ab.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

E.on und RWE: „Nach Kursrutsch attraktiv“

Die Aktien der beiden gebeutelten Energieversorger E.on und RWE konnten im gestrigen Handel deutlich zulegen. Hauptgrund hierfür dürfte eine Studie der französischen Großbank Societe Generale gewesen sein, wonach die Kursverluste der beiden DAX-Titel in den vergangenen Monaten „übertrieben“ gewesen … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

E.on: 9,3 Milliarden Euro Verlust!

Die Neuausrichtung hat dem Energieversorger E.on den nächsten gigantischen Nettoverlust eingebrockt. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verbuchte das Unternehmen ein Nettominus von 9,3 Milliarden Euro. Damit liegt der Verlust noch einmal 3,6 Milliarden Euro höher als vor einem Jahr. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

E.on und Uniper im Aufwind

Der Essener Energieriese E.on und seine Kraftwerkstochter Uniper wollen nach einem Bericht der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe) mehrere hundert Millionen Euro sparen. Allein E.on plane Einsparungen im niedrigen dreistelligen Millionen-Bereich. Die Aktien der beiden Versorger legen im frühen … mehr