E.on
- Werner Sperber - Redakteur

E.on-Neuaktionär spekuliert darauf: Die Menschen zahlen die Atom-Zeche

David Einhorn hat mit seinem Einstieg bei E.on für einen lauten Knall gesorgt. Er spekuliert ganz offen darauf, die Altlasten des Energie-Konzerns würden von den Menschen in Deutschland bezahlt. Eine weitere Überraschung könnte die Dividende von E.on bergen.

David Einhorn beziehungsweise dessen US-Hedgefonds Greenlight Capital hat Aktien von E.on zu 8,92 Euro gekauft. Wieviele davon sagt Einhorn nicht. Dafür schreibt er in einem Brief an die Fonds-Anleger, aus dem die Wirtschaftswoche zitiert: Viel von der Verwirrung um die Gewinne von E.on und die nuklearen Altlasten der Atomkonzerne dürfte im laufenden Jahr bereinigt werden, "höchstwahrscheinlich durch die Schaffung einer nationalen Atomstiftung". Diese Stiftung würde unabhängig von den Atomkonzernen vom Staat verwaltet. Damit liegt also auch das finanzielle Risiko beim Staat und somit bei den Menschen in Deutschland, die dafür bezahlen müssen.

5,1 Prozent Rendite
Eine andere Spekulation betrifft die Dividende: Demnach soll das Management von E.on der Hauptversammlung am 8. Juni eine Ausschüttung von erneut 0,50 Euro je Aktie vorschlagen. Bei einem Aktienkurs von 9,80 Euro entspräche das einer Rendite von 5,1 Prozent. Im vergangenen Jahr zahlte der Konzern ebenfalls 0,50 Euro aus. Die Aktionäre hatten allerdings auch die Wahl, statt Geld Aktien zu erhalten. Für je 36,8 Wahldividenden-Anteile zu 0,36 Euro erhielten sie einen Anteil an E.on. Damit wurde eine Aktie mit 13,25 Euro bezahlt.

Konservative bleiben weg
Es ist durchaus möglich, dass die Bundespolitiker machen, was die Energiekonzerne wollen: Nachdem die Firmen Milliarden mit den Atomkraftwerken verdient haben, sollen die Menschen in Deutschland für den auf Millionen Jahre lebensgefährlichen Abfall aufkommen. So werden die Konzernbosse und die Politiker das natürlich nicht formulieren. Dennoch scheinen genügend Investoren auf ein gutes Ende für die Energie-Unternehmen zu spekulieren, wie die Kursentwicklung seit Ende September 2015 andeutet. Konservative Anleger sollten wegen der vielen Risiken dennoch außen vor bleiben. 

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