E.on
- Maximilian Völkl

Absturz der E.on-Aktie: Die Krise geht weiter

Sepura, Pfeil, absturz, rot, kursrutsch, fallend, 20100216,

Am Freitag setzt sich die Talfahrt der E.on-Aktie fort. Der Versorger trägt mit einem erneuten Minus von rund drei Prozent wie schon am Vortag die rote Laterne im DAX. Nach den düsteren Aussichten, die Konzernchef Johannes Teyssen am Mittwoch geben musste, schrumpft die Hoffnung auf eine Trendwende immer mehr. Bei den Analysten verliert der Titel ebenfalls an Vertrauen.

Die HSBC hat ihre Einstufung für E.on auf „Reduce“ belassen. Allerdings hat Analyst Adam Dickens das Kursziel noch einmal deutlich von 11,00 auf 8,50 Euro gesenkt. Dass das Atomgeschäft in der Verantwortung von E.on bleibe, sei negativ, so der Experte. Alle Investoren, die sich der Aktie zugewandt hätten, da der Konzern seine risikobehafteten Altlasten in die neue Gesellschaft namens Uniper auslagern wollte, kehrten dem Papier nun den Rücken. E.on sei damit ein weniger defensives Investment – mit einem höheren Grad an Rohstoff-Risiken und politischen Risiken – und sei weniger rasch fähig, seine im Sektorvergleich hohen Fremdkapitalkosten zu senken.

Mit der neuen Hiobsbotschaft setzt sich die Krise bei E.on weiter fort. Seit Jahresbeginn hat die Aktie so schon 40 Prozent an Wert verloren, alleine im vergangenen Monat steht ein Minus von 30 Prozent zu Buche. Ein Ende der Talfahrt ist jedoch weiterhin nicht in Sicht. Der Konzern kämpft mit zahlreichen Problemen im operativen Geschäft. Die hohen Schulden, die anhaltenden Probleme in der Bewältigung der Energiewende und der anstehende Konzernumbau belasten. Auch charttechnisch sind inzwischen alle Unterstützungen gerissen.

Finger weg

Ob E.on in Zukunft die Trendwende gelingt, steht noch in der Sternen. Anleger sollten derzeit allerdings nicht auf dieses Szenario spekulieren. DER AKTIONÄR rät, den DAX-Titel zu meiden. Nach den deutlichen Verlusten seit Mittwoch, drohen noch weitere Rücksetzer.

(Mit Material von dpa-AFX)


Unser Buchtipp des Tages: Sind die Börsenweisheiten von Kostolany, Buffett und Co heute noch gültig?

Sell in May and go away?

Autor: Schwarzer, Jessica
ISBN: 9783864701252
Seiten: 240
Erscheinungsdatum: 06.12.2013
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden/Schutzumschlag
auch als eBook verfügbar

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Schlaftabletten, politische Börsen, fallende Messer – jeder Börsianer kennt die Weisheiten von Kostolany, Buffett und Co. Viele davon gelten noch heute, bei anderen ist es dringend an der Zeit, sie an die neue Börsenrealität anzupassen. Die Börse hat sich seit André Kostolanys Zeiten gewandelt, heftige Turbulenzen sind an der Tagesordnung. Was taugen die traditionellen Regeln in diesem Umfeld also noch? Jessica Schwarzer untersucht Börsenweisheiten auf ihre Aktualität und Praxistauglichkeit. Sie zeigt, was Börsianer aus den Sprüchen ableiten können und wie sie das Wissen der Altmeister für ihren Anlageerfolg nutzen können.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Übernahmeziel E.on: Ist Innogy die bessere Wahl?

Immer mehr Experten erwarten, dass in der Versorgerbranche eine Konsolidierung ansteht. Die traditionellen Konzerne haben Probleme mit ihrem bisherigen Geschäftsmodell erfolgreich zu sein. Investoren wie der Hedgefonds Knight Vinke bei E.on fordern deshalb eine Zerschlagung. Vor allem das stabile … mehr