E.on
- Werner Sperber - Redakteur

E.on: Die Guten ins Kröpfchen, die Schlechten zum Steuerzahler-Tröpfchen; Börsenwelt Presseschau II

Die Fachleute der Actien-Börse erklären, der Vorstand von E.on möchte das Energie-Versorgungsunternehmen aufspalten. Was die Sache einmalig in der deutschen Geschichte macht, ist: vor allem die Risiken sollen dabei entsorgt werden. Das hat sich der E.on-Vorstand intelligent gedacht. Mit der Abspaltung, wobei ein Rest (zunächst) als Beteiligung bei der E.on SE bleibt, entzieht sich die E.on SE den gesamten Risiken der deutschen Energiepolitik einschließlich der Finanzrisiken aus dem Rückbau der Atomkraftwerke, möglicher Schadenersatzforderungen und weiteren gesetzlichen Auflagen. Die neue E.on konzentriert sich auf erneuerbare Energien, Leitungen und Dienstleistungen und dürfte damit 20 bis 25 Milliarden Euro pro Jahr erlösen. Die abzuspaltende Firma dürfte 13 bis 15 Milliarden Euro umsetzen und einen Wert von 24 bis 25 Milliarden Euro haben, was bei einem Börsengang vermutlich stark angezweifelt wird. Da sich wohl niemand finden wird, der die abzuspaltende Firma mit Bargeld kauft, dürfte der Schleichweg über die Abspaltung und den Verkauf gegen Bargeld an Anleger der beste "Mittelweg" sein. Der Börsenwert von E.on und der abzuspaltenden Firma beträgt nach der Trennung 36 bis 38 Milliarden Euro. "Der sehr intelligente Weg aus der Risiko-Entsorgung wird im Markt ebenfalls unterschiedlich bewertet werden. (…) Wir setzen E.on erstmals seit der akuten Energiewende auf die Watchlist und für sehr weitsichtige Investoren setzen wir ebenfalls eine Anfangsposition."

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| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

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