DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Drehtag beim DAX: Ölpreis stabilisiert sich - kommen die Bullen zurück?

Die US-Börsen drehten gestern im späten Geschäft ins Plus. Der Ölpreis stabilisiert sich. Die Chance auf eine Gegenbewegung bei DAX und Co nach den jüngsten Verlusten ist also da. Die Frage ist nur, wie nachhaltig sie wird. Denn die Woche hat noch einiges zu bieten.

Die Ölpreise haben sich am Dienstag nach ihrem heftigen Sinkflug der vergangenen Tage zunächst stabilisiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 37,77 Dollar. Das waren 15 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI sank ebenfalls geringfügig um neun Cent auf 36,22 Dollar. Am Montag waren der Brent-Preis mit 36,33 Dollar und der WTI-Preis mit 34,53 Dollar auf mehrjährige Tiefstände gefallen.

Nicht wenige Marktbeobachter halten die Talfahrt am Ölmarkt für übertrieben. Allein seit Anfang Dezember sind die Rohölpreise um mehr als zehn Prozent gefallen, seit Jahresbeginn sind es mehr als dreißig Prozent. Der Abverkauf habe mittlerweile "aberwitzige Züge" angenommen, heißt es in einem Kommentar der Commerzbank. Die Rohstoffexperten sehen den jüngsten Ausverkauf vor allem spekulativ getrieben.

Die letzte vollständige Handelswoche im Jahr 2015 hat es noch einmal in sich. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird am Mittwoch wohl die Zinswende vollziehen und erstmals seit der Finanzkrise die Leitzinsen erhöhen. Am Freitag steht dann der "Hexensabbat" auf dem Plan. Von Unternehmensseite sind dagegen kaum wegweisende Nachrichten zu erwarten.

Die Aufholjagd an der Wall Street hatte natürlich Auswirkungen auf die nachbörslichen DAX-Kurse. Der XDAX klettert zur Stunde auf 10.267 Zähler - nach einem Schlusskurs bei 10.139 Punkten. Von Entwarnung kann aber keine Rede sein. Dazu sollte der DAX den mittelfristigen Abwärtstrend verlassen, der bei 10.900 Punkten etwa verläuft.

Die Hoffnung auf ein Comeback der DAX-Bullen könnte im Wochenverlauf aber dennoch weiter zunehmen. Kommt es am 16. Dezember (20:00 Uhr MEZ) zu der erwarteten moderaten Zinsanhebung durch die US-Notenbank und stellt Fed-Chefin Janet Yellen dabei keine weiteren, zeitnahen Zinsschritte in Aussicht, wäre das bei einer anhaltenden expansiven Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) günstig für deutsche Aktien. Ebenfalls positiv: Statistisch gesehen ist eine Weihnachtsrallye in der Zeit vom 15. Dezember bis zum 9. Januar zudem sehr wahrscheinlich. Die Adventszeit im Jahr 2015 bleibt für Börsianer also in jedem Fall spannend.


(Mit Material von dpa-AFX)


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