Verbio
- Michel Doepke - Volontär

Real-Depot-Wert Verbio: Dynamische Aufwärtsbewegung erwartet - das sollten Anleger jetzt wissen!

Erneuerbare Energien sind spätestens seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima nicht mehr wegzudenken. Treibhausgase aus Atom- und Kohlekraftwerken sowie Abgase von Fahrzeugen schädigen die Umwelt und fördern den Klimawandel. Doch wie soll der hohe Energiebedarf ohne diese Energien gedeckt werden? Neben der „grünen“ Solar- und Windenergie wird häufig die Energiegewinnung durch Biokraftstoffe vergessen. Auf dieses profitable Geschäft hat sich Verbio aus Zörbig in Sachsen-Anhalt spezialisiert.

In Zukunft wird die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Auf Dauer können fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl nicht den Bedarf decken. Mit den Produkten von Verbio werden nicht nur die begrenzten herkömmlichen Brennstoffe ersetzt – auch das Problem der landwirtschaftlichen Überproduktion in Europa wird gelöst. Denn bei der Herstellung von Biogas (Biomethan) nutzt die deutsche Firma zumeist ungenutzte Stoffe wie Mist, Bioabfälle und Stroh. Biomethan gilt als das Multitalent der erneuerbaren Energieträger und zählt zu den effizientesten Kraftstoffen. Kaum zu glauben, dass bereits vier Großballen Stroh ausreichen, um den Kraftstoffbedarf eines Mittelklassewagens für ein Jahr abzudecken. Das Potenzial dieser nahezu einzigartigen Technologie ist enorm. Deutschland allein verfügt über acht bis 13 Millionen Tonnen Stroh, aus denen 25.000 Gigawattstunden Bioenergie gewonnen werden könnten. Mit dieser Energie wären vier bis fünf Millionen Autos pro Jahr auf den Straßen Deutschlands nur mit Biogas unterwegs. Kein Wunder also, dass die Europäische Union dieses Verbio-Projekt bis 2019 mit 22,3 Millionen Euro fördert. Schließlich erreicht das aus 100 Prozent Stroh gewonnene Biomethan eine Kohlenstoffdioxid-Einsparung von bis zu 90 Prozent und reduziert gleichzeitig die Kraftstoffkosten um circa 50 Prozent. Zudem werden die Gärreste des Strohs als Dünger für eine ausgeglichene Humusbilanz verwendet.

In Abhängigkeit von den Ergebnissen der standortspezifischen Machbarkeitsstudien plant Verbio den Bau von zwei neuen Stroh-Biomethananlagen mit einer Leistung von rund 10 MW thermisch an Standorten in Deutschland und Indien. Insbesondere Indien bietet in diesem Bereich enormes Wachstumspotenzial, auf das ich demnächst noch einmal eingehen werde.

Um sich von Faktoren wie Rohstoffpreisen und gesetzlichen Rahmenbedingungen unabhängiger zu machen, setzt Verbio auf ein breites Produktportfolio. Neben Biogas produziert der Konzern hauptsächlich Biodiesel und Bioethanol. Zudem werden die Abfallprodukte aus den Herstellungsprozessen weiterverwendet. Zum Beispiel findet Glycerin aus der Biodieselherstellung in der Pharma- und Kosmetikindustrie Anwendung. Außerdem gewinnt Verbio im Produktionsprozess Ammoniumsulfat-Lösungen, die als Düngemittel genutzt werden.

Die komplexen Herstellungsprozesse der drei Hauptprodukte finden im Wesentlichen in großen Produktionsanlagen statt. Verbio betreibt jeweils zwei Standorte zur Biodiesel- und Bioethanolproduktion. Die Anlagenauslastung kann sich sehen lassen. Durch Optimierungsmaßnahmen der Produktionsanlagen schafft es das Unternehmen, die Kapazitäten stetig nach oben zu fahren. Denn die Nachfrage nach den Produkten ist ungebrochen hoch: Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte die Kapazitätsauslastung bei Biomethan 92 und bei Biodiesel 99,9 Prozent. Erstmals kletterte die Auslastung von Bioethanol über die eigenen Erwartungen auf 109 Prozent.

Die drei Hauptprodukte bilden das Kerngeschäft von Verbio. Um sich weitere Einnahmequellen zu sichern, entwickelt der Spezialist für Bioenergie sein Produktportfolio sukzessive weiter. So startete am Standort in Bitterfeld im Jahr 2015 die Sterolproduktion. Dabei handelt es sich um eine Anlage, die Fettbegleitstoffe aus Pflanzenöl (wie zum Beispiel Rapsöl) gewinnt. Diese dienen dann wiederum einer verbesserten Biodieselherstellung. Außerdem senken Sterole den Cholesterinspiegel. Daher nutzt die Pharmaindustrie diesen Wirkstoff auch zur Produktion von Hormonpräparaten. Bis zum Frühjahr 2017 soll sich dieses Segment verdoppeln. Außerdem erforscht Verbio in Laboren neue Herstellungsverfahren und -prozesse, um in Zukunft unter einer noch effizienteren Auslastung Bioenergie zu produzieren.

Im Gegensatz zum Südzucker-Ableger CropEnergies verbuchte Verbio das beste Jahr der Unternehmensgeschichte – dies zeigt, wie gut die Firma mit dem niedrigen Ethanolpreis umgehen kann. Sollte sich dieser erholen, dürfte sich die Marge beim Kraftstoffhersteller deutlich erhöhen und für neue Rekordergebnisse sorgen. Mithilfe der höheren Produktionsauslastung und effizienteren Prozessen gelang es, einen neuen Rekordgewinn im vergangenen Geschäftsjahr 2015/16 (30. Juni) einzufahren. Verbio erwirtschaftete ein operatives Ergebnis von 52 Millionen Euro – eine Steigerung um 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen legten die Umsätze lediglich um sechs Prozent auf rund 654 Millionen Euro zu. Durch die stark verbesserte Ertragslage plant die Firma, zum zweiten Mal nach 2015 eine Dividende auf der Hauptversammlung am 27. Januar 2017 vorzuschlagen. Vorgesehen sind 0,15 Euro je Aktie – dies entspricht aktuell einer Dividendenrendite von 2,1 Prozent.

Zunehmend versucht das Management um CEO Claus Sauter, Erlöse außerhalb des Biokraftstoffbereichs zu generieren. Mit der bereits erwähnten Sterolproduktion, dem Glycerin und den Düngemitteln setzt Verbio auf eine breite Produktpalette. Die Weichen für eine wachstumsstarke Zukunft sind gestellt. "Verbio steht auf einem soliden Fundament, auf dem weiter aufgebaut werden kann und wird. Die gesetzlichen Aussichten bis 2020 sind grundsätzlich positiv. Wir sind dank unserem Know-How und unserer innovativen Technologien in der Lage, bei der weiteren Dekarbonisierung im Transportbereich aktiv mitzuwirken. Darüber hinaus stehen uns dadurch aber auch alternative Marktsegmente und Expansionschancen in den außereuropäischen Wachstumsmärkten offen", erklärt Sauter gegenüber dem AKTIONÄR.

An der im Geschäftsbericht 2015/16 am 21. September veröffentlichen Prognose für das laufenden Geschäftsjahr hält der Vorstand auch nach den gestern veröffentlichten Q1-Zahlen fest. So soll das EBITDA in einer Größenordnung von 55 Millionen Euro liegen und das Net-Cash bis zum Ende des Geschäftsjahres auf eine Größenordnung von 88 Millionen Euro gesteigert werden.

Wer sich einmal genauer mit Verbio beschäftigt hat, kennt die konservativen Prognosen der Chefetage. Bei einer anhaltend soliden Geschäftsentwicklung und einem stabilen Ethanolpreis dürfte die Umsatz- und Ergebnisprognose wie im vergangenen Fiskaljahr nach oben korrigiert werden.

Vielleicht bietet das am 21. November startende Deutsche Eigenkapitalforum in Frankfurt die richtige Plattform, um die Prognosen anzuheben. Sicher ist aber, dass der Vorstand den dort zahlreich anwesenden Investoren die Vorzüge und Aussichten der Gesellschaft schildern wird. Die Aktie befindet sich im Aufwind und dürfte in den kommenden Wochen bis in den Bereich um 8,50 Euro vorstoßen.

 

 

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

 


 

Die Wahrheit über Geld

Autor: Brichta, Raimund/Voglmaier, Anton
ISBN: 9783864701269
Seiten: 312
Erscheinungsdatum: 01.10.2013
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden/Schutzumschlag
Verfügbarkeit: als Buch und eBook verfügbar

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden sie hier

Die Wahrheit über Geld? Man kann es in Form von Scheinen oder Münzen anfassen, man verdient es und gibt es aus. Das war es auch schon, oder? Nein, das ist nicht einmal die halbe Wahrheit! Raimund Brichta und Anton Voglmaier graben viel tiefer und stoßen nicht zuletzt auf die Wurzeln der uns seit mittlerweile fünf Jahren beschäftigenden Finanzkrise. Auf dem Weg dahin erklären die Autoren, wie Geld eigentlich in die Welt kommt, welcher Zusammenhang zwischen Vermögen auf der einen und Schulden auf der anderen Seite besteht und warum man unser derzeitiges Weltfinanzsystem niemals nachhaltig und krisenfest ausgestalten kann.

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