Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Dunkle Wolken ziehen auf

Für die Deutsche Bank könnte es bald noch ungemütlicher werden. Die europäischen Bankenaufseher diskutieren derzeit eine Verschärfung der Eigenkapitalausstattung. Gerade Großbanken wären davon am stärksten betroffen.

Zur Berechnung des Eigenkapitalbedarfs verwenden Großbanken zumeist eigene Modelle. Der Verdacht der Aufseher: Risiken werden hier bewusst kleingerechnet. Für die Banken eine lohnende Übung. Denn weniger Risiko heißt auch weniger Kapitalbedarf. Doch damit soll bald Schluss sein. Nächste Woche treffen sich die Bankaufseher der EU, um über eine drastische Verschärfung der Regeln zu sprechen. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret sagte im Handelsblatt: “Im Schnitt sollen sich die Kapitalbelastungen gegenüber dem jetzigen Stand nicht ändern. Aber nicht für alle Banken können die Anforderungen gleich bleiben.“

Neue Milliardenlöcher

Das Institute of International Finance, die Lobby-Organisation der Großbanken, hat berechnet, dass der Kapitalbedarf mindestens um 46 Prozent steigen wird. Schlimmstenfalls könnten es sogar 74 Prozent werden. So oder so bedeutet das für Europas Banken einen neuen Milliardenbedarf an frischem Geld. Im Visier haben die Aufseher erneut die Megabanken, also global-systemrelevante Institute. Dazu gehört auch die Deutsche Bank. „Die Änderungen hätten drakonische Auswirkungen und könnten zu einem Wendepunkt für die ganze Branche führen. Europäische Banken kämpfen schon jetzt mit dem Misstrauen der Börse“, so Deutsche Bank-Finanzvorstand Markus Schenk im Handelsblatt.

Getrübte Aussichten

Die geplante Verschärfung bei der Kapitalunterlegung kommt für die Deutsche Bank zur Unzeit. CEO John Cryan wird die Bilanzsumme weiter abschmelzen müssen. Gleichzeitig muss endlich eine konkrete Strategie her, um das Ruder noch herumzureißen. Für konservative Anleger ist der Titel weiterhin uninteressant.

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