Dialog Semiconductor
- Marion Schlegel - Redakteurin

Dialog Semiconductor: Der Gegner hat nun einen Namen

Erst sinkt die Nachfrage nach den von Dialog Semiconductor entwickelten Strom sparenden Computerchips (vor allem für Mobiltelefone von Apple, wobei es auch bei dem US-Konzern Bedenken wegen des Absatzes der iPhones gibt). Deshalb sinkt der Kurs der Aktien von Dialog und damit der Wert des Übernahmeangebotes für den US-Wettbewerber Atmel Corp. Nun hat der unbekannte Konkurrent bei dem Übernahmeversuch auch einen Namen.

830 Millionen Dollar in Luft aufgelöst
Angesichts einer gewissen Sättigung (ausgenommen in der Volksrepublik China und anderen Schwellenländern) im Markt für mobile Telekommunikationsendgeräte, ist es sinnvoll, wenn Dialog die Abhängigkeit von Apple senken würde. Allerdings spielt der Preis dafür eine große Rolle. Dialog Semiconductor möchte den US-Konkurrenten Atmel für je 4,65 Dollar zuzüglich 0,112 US-Bankzertifikaten auf die Aktie von Dialog (American Depositary Shares, ADS) kaufen. Mit dem Kursrückgang von einem Drittel auf 31,20 Euro seit Mitte September dieses Jahres, sank der Wert des Angebotes demnach um 730 Millionen Euro (einschließlich der Wechselkurs-Änderung also etwa 830 Millionen Dollar) von 4,6 auf weniger als 3,8 Milliarden Dollar. Die Übernahme soll zum Teil aus Barmitteln, einem neuen Kredit über 2,1 Milliarden Dollar und diesen ADS bezahlt werden. Die Anzahl der Aktien von Dialog steigt nach der Transaktion von etwa 81 auf rund 130 Millionen Stück. Dafür verringert Dialog die Abhängigkeit vom Umsatz mit dem Großkunden Apple dem Vernehmen nach von derzeit 80 Prozent auf 35 bis 40 Prozent.

Dialog könnte nachziehen (müssen)
Die US-Firma Microchip Technology Inc., wie der Mit-Bieter um Atmel Insidern zufolge heißt, bietet mit 3,8 Milliarden Dollar etwas mehr als Dialog – zudem möchte Microchip den Preis vollständig in bar bezahlen. Der Verwaltungsrat von Atmel verhandelt nun mit beiden Interessenten. Ob Dialog das Angebot erhöht, ist unklar. Denn der Preis wird von einigen institutionellen Investoren bereits jetzt als zu hoch angesehen. Andererseits steigt der Konkurrenzdruck für die Halbleiterbranche aus der Volksrepublik China und Übernahmen sollen die Kosten in den "westlichen" Konzernen senken. Schlussendlich bleiben auch die neun Dollar, welche Microchip je Aktie von Atmel bietet, immer neun Dollar, während der Aktienkurs von Dialog wieder steigen kann und der Erlös für die Atmel-Eigner so im Nachhinein wieder steigen würde.

Genau aufpassen
Die Anleger sehen den Kaufpreis für Atmel überwiegend als zu hoch an. Falls die Übernahme scheitert, könnten die Aktionäre von Dialog die dann (zunächst) weiterhin hohe Abhängigkeit von Apple noch teurer bezahlen. Derzeit ist also vieles unklar, was die Zukunft von Dialog betrifft und Unsicherheiten führen üblicherweise zu weiteren Kursrückgängen. Andererseits hat sich die Notierung seit dem jüngsten Kursrutsch wieder erholt. Anleger sollten die Aktie also genau beobachten. 


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