Deutsche Wohnen
- Thomas Bergmann - Redakteur

Fusionsfieber im Immobilien-Sektor - Deutsche Wohnen schlägt zu

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Im boomenden deutschen Immobilienmarkt steht eine neue Milliardenübernahme an. Die Deutsche Wohnen AG und LEG Immobilien wollen sich zusammenschließen, wie beide im MDAX notierte Unternehmen am Sonntag mitteilten. Die Nummer 2 der Branche bietet für LEG 4,6 Milliarden Euro und damit 13 Prozent mehr als am Freitag zum Xetra-Schluss.

Das fusionierte Unternehmen würde dichter an den DAX-Neuling Vonovia heranrücken. Die Deutsche Wohnen verfügt über knapp 142.000 Wohnungen, die LEG kommt nach eigenen Angaben auf rund 110.000 Einheiten. Die ehemalige Deutsche Annington kommt auf etwa 350.000 Wohnungen.

Prämie von 13 Prozent

Den Aktionären der LEG bietet Deutsche Wohnen nun 3,3 neue eigene Aktien für jedes LEG-Papier und bewertet das Unternehmen damit mit 4,62 Milliarden Euro. Das ist ein Aufschlag von rund 13 Prozent auf den aktuellen Börsenwert. Für die neuen Aktien will die Deutsche Wohnen bei einer außerordentlichen Hauptversammlung im Oktober eine Kapitalerhöhung beschließen.

Geht alles glatt und nehmen mehr als 50 Prozent der Aktionäre das Angebot an, soll die Übernahme bei Zustimmung der Kartellbehörden bereits Ende 2015 unter Dach und Fach sein. Aus dem Zusammenschluss erhoffen sich die Manager, von denen unter anderem zwei aus dem bisherigen LEG-Vorstand in das Führungsgremium der Deutsche Wohnen einziehen sollen, die Schaffung eines führenden europäischen Immobilienunternehmens. Kosten sollen gesenkt, der Gewinn erhöht werden.

LEG mit Kurssprung

An der Börse dürfte die Fusion mit Wohlwollen aufgenommen werden - insbesondere für LEG Immobilien. Hier empfiehlt es sich, die Gewinne mitzunehmen. Die Aktie der Deutsche Wohnen sollte leichter in den Handel starten. Hier wird es sich erst mittelfristig zeigen, ob die Gesellschaft das neue Synergiepotenzial ausschöpfen kann. Die Chance ist da, mittelfristig ist sogar eine Aufnahme in den DAX möglich.

(Mit Material von dpa-AFX)

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