Deutsche Börse
- Nikolas Kessler - Redakteur

Deutsche Börse und LSE: Ehemaliger Fusionsgegner unterstützt Zusammenschluss

Die geplante Fusion von Deutscher und Londoner Börse (LSE) erhält Unterstützung von unerwarteter Seite. Christopher Hohn, Gründer und Chef des Hedgefonds TCI, beurteilte den geplanten Deal positiv. Der erste Übernahmeversuch im Jahr 2005 war nicht zuletzt am Widerstand des mächtigen Hedgefondsmanagers gescheitert.

„Wir unterstützen die Fusion", sagte Hohn dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Er begründet seine Unterstützung damit, "dass die Unternehmensführung der neuen Gruppe sich stärker an das angelsächsische Modell anlehnt.“

Als Investor bei der Deutschen Börse hatte TCI den ersten Fusionsversuch vor elf Jahren noch massiv torpediert und damit nicht nur den Zusammenschluss verhindert, sondern auch den Rücktritt des damaligen Vorstandschefs Werner Seifert erzwungen. Mittlerweile hält der Hedgefonds zwar keine Anteile an der Deutschen Börse mehr, ist dafür aber an der LSE beteiligt. Vor allem unter britischen Investoren dürfte das Votum daher Gewicht haben.

„Brexit“ oder nicht – das ist die Frage

Zunächst müssen die Aktionäre beider Unternehmen dem Deal zustimmen. Im Juni soll den Anteilseignern ein entsprechendes Angebot vorgelegt werden, die Annahmefrist endet im Juli. Gefährden könnte den Zusammenschluss vor allem die für den 23. Juni angesetzte Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU. Zudem müssen verschiedene Regulierungsbehörden grünes Licht geben.

200-Tage-Linie geknackt

Nachdem die Aktie der Deutschen Börse in den vergangenen Wochen bereit über zehn Prozent zugelegt hatte, kann die Rückendeckung von TCI am Montag zunächst keine frischen Impulse liefern. Bereits in der Vorwoche hatte der DAX-Titel jedoch die 200-Tage-Linie zurückerobert und damit ein Kaufsignal erzeugt. Investierte Anleger bleiben dabei, Neueinsteiger können zugreifen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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