Deutsche Börse
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Börse: Befreiungsschlag ist eigentlich Eigentor

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse AG, Carsten Kengeter, ist weiter im Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main widerspricht einer Meldung des Konzerns vom Donnerstag, das Verfahren gegen den Manager wegen möglichen Insiderhandels kurz vor der Einstellung stehe.

Laut Handelsblatt habe sich die Staatsanwaltschaft gar nicht zur Person Kengeter geäußert. Der Konzern erklärt die entsprechende Ad-hoc Meldung anders: Auf Druck der eigenen Anwälte habe man in der Ad-hoc-Mitteilung nicht nur die Informationen aus dem Schreiben der Staatsanwaltschaft, sondern auch aus den Gesprächen zwischen den Ermittlern und den Juristen der Börse eingebracht. Wie Ad-hoc schon zum Zusammenschluss mit der London Stock Exchange prüft die Finanzaufsicht nun auch diese Pressemitteilung. Bisher haben die Ermittlungen gegen die Deutsche Börse und ihren Vorstandsvorsitzenden dem Aktienkurs nichts anhaben können. Doch langsam werden auch Großaktionäre nervös. Einer sagt: „Die jüngsten Vorkommnisse bringen die Börse in keine gute Ausgangsposition“.

 

Dabeibleiben

Die Deutsche Börse hat zuletzt ein schlechtes Krisenmanagement betrieben. Bisher ist jedoch immer noch unklar, ob etwas an den Vorwürfen des Insiderhandels gegen Vorstandsvorsitzenden Kengeter dran ist. Das gleiche gilt für mögliche Rechtsverletzungen bei den Ad-hoc Meldungen.

Fundamental bleibt die Aktie mit einer Dividendenrendite von 2,5 Prozent und einem KGV von 19 aussichtsreich. Wer bereits investiert ist, bleibt dabei und beachtet den Stoppkurs bei 70,00 Euro.

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