Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank vs. Fintechs: Der Roboter floppt

Die Deutsche Bank steht nicht nur durch zahlreiche Rechtsstreitigkeiten und Sorgen um die Kapitaldecke unter Druck: Auch Start-ups wildern verstärkt im Kerngeschäft der Bank und versuchen dem Geldhaus Privatkunden abzujagen. Vor allem Robo-Advisors, die Anleger bei der Geldanlage beraten und so auch dem Anbieter Geld sparen, sind auf dem Vormarsch. Die Deutsche Bank wollte der Konkurrenz etwas entgegensetzen und ist Anfang 2016 mit einem eigenen Roboter zur Vermögensverwaltung online gegangen. Das Projekt ist aber gründlich schief gegangen.

100 Kunden in einem Jahr

Anfang 2016 hatte sich die Deutsche Bank zum Ziel gesetzt bis Jahresende ein bis zwei Milliarden Euro mit dem Robo-Advisor zu verwalten. Die Summe dürfte aber bei weitem nicht erreicht worden sein. Denn laut SPIEGEL hat das neue Produkt nicht einmal hundert Kunden.

Die Deutsche Bank erklärt den Flopp mit Problemen bei der Regulierung durch die Bafin. Verschiedene Anpassungen hätten das Tool letztlich zu komplex und unattraktiv für Anleger gemacht. 2017 will der Konzern mit einer überarbeiteten Version einen neuen Versuch unternehmen.

Finger weg

Robo-Advisory ist nichts Neues: Auch im deutschsprachigen Raum gibt es viele Fintechs, die das Modell seit Jahren anbieten. Es ist kein gutes Zeichen, dass es die Deutsche Bank nicht einmal schafft, ein bewährtes Geschäftsmodell zu kopieren. Dabei kämpft das Geldhaus nicht nur mit Rechtsrisiken, sondern auch zunehmend mit sinkenden Marktanteilen. Zuletzt hat sich auch das Chartbild durch Gewinnmitnahmen und die Sorge um die italienische Banca Monte dei Paschi di Siena eingetrübt. Der Kurs notiert wieder unter der 17-Euro-Marke. Anleger meiden die Aktie.

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