Deutsche Bank
- Nikolas Kessler - Redakteur

Deutsche Bank und Commerzbank: Hier droht neuer Ärger

Deutschen Geldinstituten steht womöglich neuer Ärger ins Haus. Einem Zeitungsbericht vom Wochenende zufolge bereitet die US-Kanzlei Hausfeld Klagen wegen verbotener Kartellabsprachen bei Gebühren für Kartenzahlungen vor. Die Aktien vom Deutscher Bank und Commerzbank starten wegen der Meldung etwas schwächer in die neue Woche.

Wie die Bild am Sonntag berichtete, wollen zahlreiche Unternehmen aus ihrer Sicht überhöhte Gebühren für Zahlungen mit EC-und Girokarten in der Vergangenheit zurückfordern. Der Zeitung zufolge handelt es sich dabei um Unternehmen aus dem Handel und der Mineralölwirtschaft, Namen wollte Hausfeld-Deutschland-Chef Christopher Rother aber nicht nennen.

Im Jahr 2014 hatten die Banken die bis dato üblichen, einheitlichen Händlerentgelte für elektronische Zahlungen mit EC-Karten auf Druck des Bundeskartellamts abgeschafft. Seit die Gebühren frei verhandelt werden, seien sie laut Rother signifikant gesunken. Nach Abgaben der Wettbewerbshüter seien die Gebühren anschließend um bis zu 40 Prozent gesunken.

Branchensprecher: „Kein Kartellrechtsverstoß“

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken verteidigte das damalige Vorgehen: „Die frühere einheitliche Verfahrensweise beruhte auf einer gesetzlichen Freistellung und war mit dem Bundeskartellamt abgestimmt. Ein Kartellrechtsverstoß lag zu keinem Zeitpunkt vor und ist auch vom Bundeskartellamt nicht festgestellt worden.“

Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe?

Die Kanzlei um US-Staranwalt Michael Hausfeld will laut Bild am Sonntag aus ihrer Sicht überhöhten Gebühren rückwirkend für zehn Jahre einfordern. Entsprechende Klagen sollen demnächst beim Landgericht Frankfurt eingereicht werden. Betroffen wären neben Sparkassen und Volksbanken auch Privatinstitute wie Deutsche Bank oder Commerzbank.

 

Die Aktien der beiden Institute sind nach der Meldung mit moderaten Verlusten in die neue Woche gestartet. Grund zur Panik besteht nach Einschätzung des AKTIONÄR deswegen aber nicht. Mutige Anleger können weiterhin auf eine Fortsetzung der Erholung bei der Commerzbank setzten. Auch die Deutsche Bank hat zuletzt einigen Boden gut – ob sich der Einstieg hier lohnt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe (02/17) des AKTIONÄR.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Chinesen kommen

Die Deutsche Bank hat einen neuen Großaktionär. Laut hält Reuters hat das chinesische Finanzkonglomerat HNA für 755 Millionen Euro Aktien der Bank gekauft und hält damit mehr als drei Prozent der Anteile. Doch das könnte nur der Anfang sein: „Wir schließen nicht aus, unsere Beteiligung in moderatem … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Doch kein Postbank-Verkauf?

Obwohl Deutsche-Bank-CEO John Cryan bei der jüngsten Vorlage der Jahreszahlen kein Wort zur Postbank verlor, brennt das Thema den Anlegern weiter unter den Nägel: Im Raum steht ein Verkauf der Tochter oder eine Reintegration in den Mutterkonzern. JPMorgan hat sich jetzt zur Postbank geäußert. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Muss Ackermann zahlen?

Die derzeitige Krise der Deutschen Bank könnte auch durch Fehlverhalten ehemaliger Vorstände verursacht worden sein. Das zumindest prüft die Bank selbst. Bis zum 18. Mai sollten Aktionäre Klarheit haben, ob der Konzern deshalb von mehreren Ex-Vorständen Geld zurückfordern kann. Dann lädt das … mehr