DAX
- Andreas Deutsch - Redakteur

Die Prognosen der Profis

Aktienmärkte auf Tauchstation, Anleger in Alarmbereitschaft. Die vergangenen Tage hatten es an der Börse in sich. Wie geht es weiter? Ist das nur eine kurze Korrektur oder ist der Sommer für die Börsianer schon gelaufen? Eher Zweiteres, meint Daniel Zindstein, Dachfondsmanager bei Gecam.

„Gerade in einer saisonal ohnehin schwierigen Phase für die Börsen von August bis September vermiest die Politik den Märkten die Stimmung“, so Zindstein. Er verweist damit unter anderem auf die Wirtschaftssanktionen gegen Russland, den Reformunwillen in Italien und Frankreich und die Forderung der Bundesbank, die Löhne in Deutschland um drei Prozent zu erhöhen.

„Über dem großen Teich wird indes ein anderes Märchen zelebriert – die Angst vor dem Zinserhöhungs-Wolf, weil die Konjunktur zu gut läuft und Inflation droht“, sagt Zindstein weiter. „Das starke Wachstum im zweiten Quartal von vier Prozent hat überrascht. In normalen Zeiten hätten die Börsen jubiliert, vor allem ein sehr stark von weltweiten Konjunkturzyklen beeinflusster deutscher Aktienindex hätte überdurchschnittlich gewonnen. Nicht so im Sommer 2014.“

Chancen in der Schweiz

Indes ist Andreas Zöllinger, Co-Manager des BGF European Equity Income Fund bei BlackRock, optimistisch für europäische Aktien. „Das makroökonomische Umfeld verbessert sich, und politisch bedingte Risikoaufschläge nehmen ab“, so Zöllinger. „Vor diesem Hintergrund können wir vom europäischen Aktienmarkt in den kommenden zwölf Monaten – absolut betrachtet – weiteres Aufwärtspotenzial erwarten.“

In den vergangenen zwei, drei Jahren habe Europa politische Fortschritte gemacht und Maßnahmen eingeleitet, die zuversichtlich stimmen. „Zum Beispiel haben die Wahlen zum Europäischen Parlament gezeigt, dass Matteo Renzi in Italien – einem Land, in dem Reformen die Wettbewerbsfähigkeit stärken dürften – auf breite Unterstützung bauen kann.“

Der Versicherer Swiss Re zum Beispiel verfüge über eine extrem starke Bilanz. „Er zahlt eine stabile Dividende von um die fünf Prozent, was den Fortschritt bei der Gewinnentwicklung widerspiegelt. Zudem ist die Aktie attraktiv bewertet, denn sie handelt unter ihrem Nettoinventarwert.“

Auch Givaudan gefällt Zöllinger. „Der Aromen- und Düftehersteller zahlt momentan eine Dividendenrendite in Höhe von drei Prozent. Da der Bedarf an entsprechenden Konsumgütern wächst, erwarten wir jedoch, dass die Dividende im Laufe der Zeit deutlich steigen wird. Ein zweistelliges Wachstum ist in unseren Augen durchaus möglich.“

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