Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Trendwende oder Strohfeuer?

Der Markt beruhigt sich, und die Aktie der Deutschen Bank beruhigt sich gleich mit. Laut der US-Bank JPMorgan ist der Titel des deutschen Marktführers viel zu günstig bewertet.


JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein hat die Einstufung für die Deutsche-Bank-Aktie mit „Übergewichten“ belassen. Das Kursziel sieht der Experte bei 35 Euro.

Die Erträge im Investmentbanking dürften im Schlussquartal 2015 branchenweit gesunken sein, schrieb Analyst Kian Abouhossein in einer Branchenstudie vom Dienstag. Dabei sollten Banken mit Anleihengeschäft unterdurchschnittlich abgeschnitten haben. Der Analyst kürzte seine Schätzungen für den bereinigten Gewinn je Aktie im Durchschnitt etwas. Die Deutsche Bank sei aber sein Branchenfavorit. Das Papier steht weiterhin auf der „Analyst Focus List“.

Fitschen: Warten auf das Urteil

Unterdessen geht der Strafprozess gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und vier weitere Angeklagte wegen versuchten Betrugs im Fall Kirch nochmals in die Verlängerung. Die bisherigen Termine bis Mitte Februar reichten wohl nicht aus, erklärte der Vorsitzende Richter Peter Noll am Dienstag vor dem Landgericht München. Er legte vier zusätzliche Verhandlungstage bis zum 15. März fest. Der Prozess dauert auch wegen zahlreicher Beweisanträge der Staatsanwaltschaft bereits mehr als acht Monate.

Die Anklagebehörde wirft Fitschen, seinen Vorgängern Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weiteren Bankern vor, im Jahr 2011 Richter des Oberlandesgerichts München angelogen zu haben. Damit wollten sie laut Anklage verhindern, dass die Deutsche Bank den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch Schadenersatz für die Pleite des Unternehmens zahlen musste. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe bestritten.

Chance für Trader

Der Markt ist immer noch sehr volatil, deswegen sind die Kursgewinne vom Dienstag nicht überzubewerten. Mutige Anleger können bei der Deutschen Bank bei 20 Euro, dort verläuft eine wichtige Unterstützung, ein Kauflimit setzen. Diese Position sollte bei 17 Euro abgesichert werden.

Wie Sie sich bei den anderen 29 Aktien verhalten sollten und wie es bei Apple, Facebook & Co weitergeht, lesen Sie in der neuen Ausgabe des AKTIONÄR.

(Mit Material von dpa-AFX)

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