Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Razzia war gestern - heute steigt die Aktie

Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe: Erst der überraschende Rücktritt der Doppelspitze Jain/Fitschen, dann durchsucht die Staatsanwalt Büroräume der Deutschen Bank in Frankfurt. Heute gibt es einen Analystenkommentar. Die Anleger kaufen.

Nach der Razzia bei der Deutschen Bank gibt es einem Pressebericht zufolge Hinweise, dass zumindest ehemalige Mitarbeiter des Instituts in Steuerbetrug mit Aktiengeschäften verwickelt waren. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe) geht es um zwei oder drei frühere Manager der Bank, die sich mit einer Gesellschaft in Luxemburg selbstständig gemacht haben sollen. Dort sollen sie sogenannte Cum-Ex-Geschäfte betrieben haben, mit denen Steuerrückerstattungen erschlichen worden sein sollen.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wollte den Bericht am Mittwoch nicht kommentieren und auch sonst keine Angaben machen. Die Behörde will sich voraussichtlich an diesem Donnerstag zu Details der Durchsuchungen äußern.

Am Dienstag hatten Ermittler Büroräume der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Nach Angaben der Bank zielte die Aktion darauf ab, "Beweismittel im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Kunden in Bezug auf bestimmte Wertpapiertransaktionen sicherzustellen". Heutige Beschäftigte der Bank seien nicht beschuldigt.

Nach Informationen aus Justizkreisen geht es um Steuerbetrug durch Cum-Ex-Geschäfte. Dabei sollen Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch rund um den Dividendenstichtag eines Unternehmens rasch hintereinander zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben worden sein. Die einmal gezahlte Kapitalertragssteuer hätten sich die Beteiligten mehrfach von den Finanzämtern zurückzahlen lassen. Dem Staat sollen mehr als zehn Milliarden Euro Schaden entstanden sein. 2012 wurde die Gesetzeslücke geschlossen, die solche Deals ermöglichte.

Kursziel: 34 Euro

Unterdessen bewertet die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktie der Deutschen Bank nach wie vor mit „Neutral“. Das Kursziel sieht Analyst Jernej Omahen weiterhin bei 34 Euro. Der deutsche Branchenprimus verfolge mit dem Festhalten am profitablen Investmentbanking die richtige Strategie, so Omahen in einer Studie vom Mittwoch. Entscheidend sei nun, Alternativen für wenig renditeträchtige Geschäfte wie das deutsche Geschäftsanken- und Privatkundengeschäft zu finden.

Reichlich Luft

Für die Deutsche Bank kann es derzeit eigentlich nur besser werden. Gut, dass sich der neue Chef John Cryan in der Branche einen Ruf als ausgesprochen kluger Sanierer erarbeitet hat. Potenzial hat die Aktie eine Menge, es muss nur gehoben werden. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert des Titels bei 40 Euro, der Stopp sollte bei 24,50 Euro gesetzt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank und Commerzbank: Viel zu teuer

Das Referendum in Italien am kommenden Sonntag sorgt an den Märkten für Nervosität. Nicht nur italienische Bankaktien wurden in den vergangen Tagen abverkauft. In Deutschland standen auch die Commerzbank und die Deutsche Bank auf der Abschussliste der Anleger. Egal wie die Abstimmung in Italien … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Licht und Schatten

Bereits im Oktober 2015 hatte die Deutsche Bank den Verkauf ihrer mexikanischen Töchter an die dortige Investa Bank bekannt gegeben. Diese braucht allerdings eine Kapitalerhöhung, um den Zukauf stemmen zu können. Laut Handelsblatt wird gegen die Bank jetzt ermittelt. Auch für die Deutsche Bank … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Ist Achleitner wirklich der Richtige?

Bei der Deutschen Bank dürfte einer zweiten Amtszeit von Paul Achleitner als Aufsichtsratschef nichts mehr im Wege stehen. Der oberste Konzernkontolleur tritt aber ein schweres Erbe an, das teilweise auch auf seine eigenen Fehler zurückzuführen sein dürfte. Während die Mehrheit der Großaktionäre … mehr