Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Jetzt wird es ernst für Fitschen

Trotz einer möglichen Beförderung will der zuständige Richter die Entscheidung über die Anklage gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und mehrere frühere Spitzenmanager der Bank so schnell wie möglich treffen.

Richter Peter Noll hat sich entschlossen, über die Zulassung der Anklage wegen versuchten Betrugs im Kirch-Prozess trotz seines geplanten Wechsels an das Oberlandesgericht noch selbst zu entscheiden, sagte eine Gerichtssprecherin am Montag in München und bestätigte damit Informationen der Süddeutschen Zeitung. Sofern Noll die Anklage zulässt, könnte dann bereits im Mai oder Juni ein Prozess beginnen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Fitschen und seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weiter Ex-Manager der Deutschen Bank im August wegen versuchten Betrugs angeklagt. Sie geht davon aus, dass die Manager mit falschen Angaben vor Gericht Schadenersatzzahlungen an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch verhindern wollten. Die Angeklagten hatten diesen Verdacht zurückgewiesen.

Sollte es zum Prozess kommen, darf Noll diesen selbst zu Ende führen - auch wenn er während der Verhandlung an das Oberlandsgericht versetzt wird. Auf diese Lösung hat sich die Justiz verständigt, um eine monatelange Hängepartie für die Angeklagten zu vermeiden. Noll hatte sich um eine Beförderung an das Oberlandesgericht beworben, konkurriert aber mit einem anderen Juristen um den Posten. Wer von den beiden sich durchsetzt, muss das Verwaltungsgericht entscheiden.

Luft bis 33 Euro

Die Deutsche-Bank-Aktie liegt am Montag mit zwei Prozent im Plus bei 25,21 Euro. Für Rückenwind sorgt die Kaufempfehlung von Natixis. Analyst Steven Gould sieht das Kursziel bei 30 Euro. DER AKTIONÄR sieht das Kursziel bei 33 Euro. Während viele europäischen Bank-Aktien schon gut gelaufen sind, hat die Deutsche Bank noch Kursfantasie. Ein Grund hierfür: die neue Strategie, die die Deutsche Bank im zweiten Quartal veröffentlichen wird. Hier darf man vor allem gespannt sein, wo und wie viel der Vorstand Fitschen/Jain einsparen will. Wahrscheinlich wird es zu weiteren Filialschließungen kommen. Eine Anklage gegen Fitschen sollte den Kurs nicht weiter belasten. Spekulativ orientierte Anleger, die auf die Wende zum Guten setzen wollen, setzen den Stopp bei 21,50 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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