Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Jetzt muss geliefert werden

Es ist das Highlight der Woche: Am Donnerstag wird John Cryan seinen ersten öffentlichen Auftritt haben. Die Erwartungen sind enorm.

Cryan weiß: Er muss ein überzeugendes Konzept vorlegen, wie er die Deutsche Bank wieder dauerhaft in die Erfolgsspur führen will. Zunächst wird es wohl vor allem darum gehen, die Kosten radikal zu senken. Aber Schrumpfen allein reicht nicht. Anleger wollen auch wissen, wo Cryan Wachstumschancen für die Bank sieht.

Bislang ließ der 54-Jährige keinen Zweifel daran, dass er es ernst meint mit dem Neuanfang bei der Deutschen Bank. Bereits Anfang des Monats räumte er in der Bilanz des Instituts auf und kündigte gigantische Abschreibungen an. Nur wenige Tage später war das Top-Management an der Reihe. Zahlreiche altgediente Führungskräfte müssen gehen. Zudem wird das Investmentbanking aufgeteilt. Nun folgt der dritte Schritt.

Doch während Cryan intern offenbar keinen Stein auf dem anderen lässt, hat er sich seit seinem Amtsantritt im Juli in der Öffentlichkeit fast komplett zurückgehalten. Drei auch im Internet veröffentlichte Botschaften an die Mitarbeiter und eine Telefonkonferenz mit Analysten - das war es bislang. Wer ist dieser Mann eigentlich und wo ist er? Das fragte sich so mancher Branchenbeobachter.

Was wird Cryan am Donnerstag sagen? Ein Punkt wird der Rückzug aus vielen Auslandsmärkten sein. Bekannt ist bereits, dass die Bank etwa ihre Beteiligung an der chinesischen Privatkundenbank Hua Xia zur Disposition stellt. Zudem wird etwa der Standort Moskau verkleinert. Dortige Aktiengeschäfte sind ins Visier von internationalen Aufsehern geraten. Sie gehen dem Verdacht auf Geldwäsche und dem Verstoß gegen Handelssanktionen nach.

Chance für Trader

Der „Fall Moskau“ könnte für die Deutsche Bank große Sprengkraft haben, denn gerade US-Behörden sind bei Verletzungen von Embargos wenig zimperlich. Cryan ließ bereits durchblicken, dass die juristischen Altlasten die Bank noch lange bremsen dürften. Dafür hat die Deutsche Bank ja auch etliche Milliarden zurückgestellt. DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Einschätzung: Cryan ist genau der richtige Mann, um die Deutsche Bank wieder flottzumachen. Die Aktie hat Nachholpotenzial, spekulativ orientierte Anleger bleiben am Ball.

(Mit Material von dpa-AFX)

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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