Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Gelingt der Befreiungsschlag?

Die Deutsche Bank will im zweiten Quartal eine neue Strategie gegen ihre zuletzt schwache Geschäftslage vorlegen. Die Aktie des deutschen Marktführers erlebt trotzdem einen schwachen Auftakt in die neue Handelswoche.

Wegen der Vorlage der neuen Strategie verschiebt sich auch der sonst übliche Termin der Jahrespressekonferenz ins zweite Quartal, berichtet die Deutschen Presse-Agentur. Die vorläufige Bilanz des Jahres 2014 will der DAX-Konzern am 29. Januar in einer Telefonkonferenz erläutern.

Die im September 2012 präsentierte "Strategie 2015+" läuft in diesem Jahr aus. "Der Vorstand arbeitet intensiv an der nächsten Phase unserer Strategie", schreibt das Führungsduo. Seit ihrem Amtsantritt im Juni 2012 versuchen Jain und Fitschen, mit einem harten Sparprogramm gegen sinkende Einnahmen und zunehmende Belastungen aus immer strengeren Regeln der Aufsichtsbehörden zu steuern. Bis Ende 2015 sollen die Kosten um 4,5 Milliarden Euro gedrückt werden.

Zu Inhalten der neuen Strategie äußern sich die Co-Chefs in ihrer E-Mail nicht. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, auch die erst vor wenigen Jahren übernommene Postbank könnte auf den Prüfstand kommen. Die Deutsche Bank hatte solche Spekulationen als "unverantwortlich" bezeichnet.

Den endgültigen Jahresabschluss will die Deutsche Bank am 24. März vorlegen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bank ihre vorläufigen Jahreszahlen nach unten korrigieren müssen, nachdem sie den jahrelangen Rechtsstreit um die Pleite des Kirch-Medien-Konzerns mit einem gut 900 Millionen Euro schweren Vergleich Mitte Februar gelöst hatte. Unter dem Strich wies die Deutsche Bank schließlich für 2013 einen nach eigener Einschätzung "unbefriedigenden" Gewinn von 681 Millionen Euro aus. In den ersten neun Monaten 2014 verdiente das Institut knapp 1,3 Milliarden Euro und damit fast 40 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2013.

Die Kosten müssen sinken

Für das Führungsduo Jain und Fitschen wird es ernst. Nach einem Bericht des Manager Magazins ist der Aufsichtsrat nicht zufrieden mit der Performance des Vorstands und will bis spätestens Mai eine neue Strategie sehen. Diese soll dazu führen, dass der Buchwert deutlich gesteigert wird. Spannend wird es vor allem, wo die Deutsche Bank weiter den Rotstift ansetzen will. Die Kosten-Ertrags-Quote der Deutschen Bank lag zuletzt bei 77 Prozent – etliche Konkurrenten arbeiten merklich effizienter. DER AKTIONÄR hält an der Kaufempfehlung fest. Das Kursziel lautet 33 Euro, der Stopp sollte bei 21,50 Euro gesetzt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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