Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Euro-Drama geht weiter - Aktie sackt ab

Das weiter zugespitzte Griechenland-Drama lastet weiter auf der Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Der positive Effekt nach dem Wechsel an der Spitze der Deutschen Bank ist längst verpufft.

Die Korrektur am Aktienmarkt geht weiter. Der Broker IG taxiert den DAX am Montagmorgen am 0,7 Prozent tiefer auf 11.120 Punkte. Zu den größten Verlierern im Index zählt die Aktie der Deutschen Bank. Der Titel verliert knapp zwei Prozent und rutscht unter die Unterstützung bei 28 Euro. Die nächste Unterstützung wartet bei 27 Euro. Sollte sie unterschritten werden, wäre das ein ernstzunehmendes Verkaufssignal.

Der Grund für den Kursrutsch am Montag liegt in Griechenland: Am Sonntag ist ein Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker gescheitert. Die weiteren Verhandlungen müssten jetzt in der Eurogruppe geführt werden. Das nächste Treffen der Euro-Finanzminister ist am Donnerstag geplant.

Jain soll auf Geld verzichten

Unterdessen gibt es wieder mal Neuigkeiten von der Deutschen Bank. Anshu Jain soll Medienberichten zufolge nach seinem Abschied als Co-Chef der Deutschen Bank Ende Juni gut ein halbes Jahr lang umsonst für den Konzern arbeiten. Das berichten die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und die "Bild am Sonntag". Die Deutschen Bank wollte diese Informationen am Samstag nicht kommentieren.

Jain verzichte zudem auf mehr als zehn Millionen Euro Gehalt, heißt es in dem "FAS"-Bericht, da er von sich aus gekündigt hat, und sein noch laufender Vertrag nicht ausgezahlt wird.

Wie beide Blätter weiter berichten, erhält Jain keinen Cent Honorar für das gute halbe Jahr bis Ende Januar 2016, in denen er seinem Nachfolger John Cryan als Berater zur Verfügung steht.

Nach Informationen der Bild am Sonntag soll Jain in den Verhandlungen über seine Vertragsauflösung keinen Wert auf eine Abfindung gelegt haben. „Er wolle die Bank nicht finanziell belasten, so seine Begründung", schreibt die Zeitung. Jain kam zuletzt (2014) als Co-Chef des größten deutschen Geldhauses auf eine Gesamtvergütung von knapp 6,7 Millionen Euro.

Cryan ist der richtige Mann

Der Markt ist angeschlagen, das Sentiment für Bank-Aktien ist derzeit besonders schwach. Für Antizykliker bietet sich damit eine gute Einstiegschance bei der Deutschen Bank. Die Aktie ist im Branchenvergleich eindeutig zu günstig bewertet. DER AKTIONÄR traut dem neuen hef John Cryan zu, dass er das Potenzial hebt. Cryan hat vor allem bei der UBS hervorragende Sanierungsarbeit geleistet – unaufgeregt und höchst kompetent. Er ist genau der richtige Mann für die in der Krise steckende Deutsche Bank.

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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