Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Es geht noch tiefer

Das meinen zumindest die Analysten der UBS. Sie haben das Kursziel für die Aktie des deutschen Marktführers am Mittwochmorgen deutlich reduziert. Zu Recht?

UBS sieht den fairen Wert der Deutschen-Bank-Aktie nun bei 12,50 Euro nach zuvor 15,50 Euro. Die Einschätzung lautet weiterhin auf „Neutral“.

Bereits am Dienstag hatte HCBC das Kursziel für die Deutsche Bank gesenkt: von 19 auf 14 Euro. Die Einstufung hatten die Experten aber auf „Halten“ belassen. Das Ausscheiden der Britenaus der EU dürfte wegen der Wechselkurseffekte und der sich abschwächenden Wirtschaftsaktivität die europäischen Investmentbanken belasten, so HSBC. Da die Deutsche Bank etwa 20 Prozent ihrer Erträge in Großbritannien erziele, dürfte sie unter stärkerem Druck stehen.

Viele ungeklärte Fragen

Noch ist nicht absehbar, inwieweit der Brexit die Erträge der Banken im Allgemeinen und der Deutschen Bank im Speziellen belasten wird. Diese Unsicherheit wird aber für eine weiterhin hohe Volatilität sorgen. Hinzu kommt, dass den kontinentaleuropäischen Banken wegen des Brexits eine Kapitallücke in Höhe von insgesamt 108 Milliarden Euro droht. In diesem Fall sind weitere Kapitalerhöhungen in der Branche wahrscheinlich.

Auf der anderen Seite können sich die Banken auf Mario Draghi verlassen. Der EZB-Chef wird den Banken im Notfall alle möglichen faulen Kredite abkaufen, um bloß eine neue Bankenkrise zu verhindern.

Also was tun als Anleger? Wer sich antizyklisch bei den Banken engagieren möchte, sollte dies derzeit lieber bei der Commerzbank tun, die erstens günstiger ist als die Deutsche Bank und zweitens vom Chart etwas stabiler ist.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank schmeißt 3.200 Kunden raus

Die Deutsche Bank hat im Handelsbereich die Geschäftsbeziehungen zu 3.200 Kunden eingestellt, wie das Wall Street Journal berichtet. Dadurch sollen Kosten reduziert und die langfristige Stabilität der Bank gesichert werden. Bereits 2015 hatte CEO John Cryan gesagt, dass man sich von der Hälfte der … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Es wird immer schlimmer

Die Umfragen hatten es bereits angedeutet: Die Italiener haben die Verfassungsreform von Premier Renzi abgelehnt. Nach Medienberichten will er im Laufe des Tages zurücktreten. Für die europäischen Banken sind das keine guten Nachrichten. Auch die Deutsche Bank könnte durch eine neue Vertrauenskrise … mehr