Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Der Kampf geht weiter

Hält die 26-Euro-Marke? Oder hält sie nicht? Die Aktie der Deutschen Bank bleibt ein einziges Fragezeichen – ebenso wie das Unternehmen selbst. Der deutsche Branchenprimus hat große Probleme, fast wöchentlich kommen neue hinzu. Trotzdem sind viele Analysten bullish für den Wert.

Stefan Bongardt hat seine Kaufempfehlung für die Aktie der Deutschen Bank bestätigt. Der Analyst von Independent Research ist einer von 21 Experten, die den Titel für unterbewertet halten. 17 Analysten sehen in der Aktie lediglich eine Halte-Position. Nur fünf Analysten empfehlen den Anlegern, die Aktie zu verkaufen. Das durchschnittliche Kursziel für die Deutsche-Bank-Aktie lautet 32,78 Euro.

US-Tochter macht Ärger

Am kommenden Dienstag legt die Deutsche Bank die Zahlen für das zweite Quartal vor. Gespannt sind die Anleger vor allem, wie sich die nun bekannt gewordenen Vorfälle in den USA auf die Bilanz auswirken. Das Wall Street Journal hatte über „ernsthafte Probleme im US-Geschäft“ der Deutschen Bank berichtet. Der Zeitung zufolge hatte die US-Tochter des deutschen Branchenprimus im Dezember einen Brandbrief der Federal Reserve Bank of New York erhalten. Die Notenbank als Aufsichtsbehörde habe darin unter anderem eine schlampige Buchführung, eine unzureichende Kontrolle und mangelhafte technische Systeme angemahnt.

Das sind die weiteren Probleme

Die Prozessrisiken: Sie sind das Damoklesschwert über dem Aktienkurs der Deutschen Bank. Gegen das Institut wird wegen des Libor-Skandals, wegen Absprachen im Devisenhandel, wegen Manipulation des Gold-Fixings in London sowie wegen des Verstoßes gegen US-Sanktionen ermittelt. Die Höhe der Strafzahlungen ist nicht abschätzbar, könnte sich aber insgesamt auf mehr als zehn Milliarden Euro belaufen. Die Ergebnisse der Verhandlungen werden in ein bis drei Jahren erwartet.

Abhängigkeit vom Kapitalmarkt: Die Deutsche Bank erzielt einen Großteil ihrer Erträge (50 bis 70 Prozent) im Investmentbanking und ist damit stärker als die meisten Konkurrenten vom Kapitalmarkt abhängig. Vor allem das Geschäft mit Anleihen, das teilweise 50 Prozent zum Konzerngewinn beigesteuert hat, wird wegen der niedrigen Zinsen immer schwieriger.

Reicht das Geld? Einige Marktteilnehmer haben Angst, dass der Risikopuffer der Deutschen Bank von neun Milliarden Euro nicht ausreicht und deshalb noch eine weitere Kapitalerhöhung ansteht. Die Bank befindet sich hier in einem Teufelskreis: Je tiefer der Kurs wegen der Angst vor einer Kapitalerhöhung sinkt, desto mehr Aktien muss das Institut ausgeben. Ein höheres Aktienangebot belastet den Kurs weiter.

Viel Regulierung: Als global agierendes Institut sieht sich die Deutsche Bank mit unzähligen Regulierungsfällen konfrontiert.

Fazit: Abwarten

Die Zahlen für das zweite Quartal werden etwas Licht ins Dunkel bringen. Zum Beispiel werden sie eine Antwort geben, wie es beim wichtigen Investmentbanking läuft. DER AKTIONÄR wird zeitnah einen Ausblick auf die Zahlen der Deutschen Bank geben. Wichtig ist nun erstmal, dass die wichtige Unterstützung bei 26 Euro hält. Damit würde die Aktie mit dem oberen Ende des Abwärtstrendkanals in Kontakt bleiben. Mutige Anleger bleiben dabei und setzen den Stopp bei 20,50 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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