Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank, Commerzbank und Co: Neuer Stress

Europas Großbanken müssen sich in diesem Jahr wieder einem Krisentest stellen. Die Aktien erholen sich – aber wie lange?


In einem neuen Stresstest nimmt die europäische Bankenaufsicht EBA 51 Institute unter die Lupe. Parallel dazu untersucht die Europäische Zentralbank (EZB) in einer abgespeckten Variante 60 weitere Kreditinstitute aus der Eurozone.

Geprüft wird, ob die Geldhäuser genügend Kapitalpuffer haben, um einen Absturz der Wirtschaft und einbrechende Immobilienpreise zu verkraften. Die Ergebnisse des EBA-Tests sollen Anfang des dritten Quartals veröffentlicht werden. Die EZB will ihre Resultate hingegen nicht offiziell bekanntmachen und nur intern für die Überwachung der Banken nutzen.

Im EBA-Test soll es im Gegensatz zu vorherigen Stresstests keine "Durchfaller" geben. Die Szenarien, die auf Basis der Geschäftszahlen zum Jahresende 2015 durchgespielt werden, sehen massive wirtschaftliche Schocks in Europa vor: Für dieses und nächstes Jahr eine um 1,2 Prozent beziehungsweise 1,3 Prozent schrumpfende Wirtschaft, für 2018 lediglich 0,7 Prozent Wachstum. Auch für die USA und Japan, sowie für Schwellenländer wie China, Brasilien und Türkei werden heftige Einbrüche durchgespielt.

Nur für Trader

Auf die Ergebnisse des Stresstests darf man gespannt sein. Unter anderem werden fallende Energiepreise und Negativzinsen mit ins Krisenszenario aufgenommen. Neu ist, dass sogenannte Verhaltensrisiken in das Stress-Szenario eingehen. Damit sind zum Beispiel Strafen gemeint, die Banken zahlen müssen, etwa weil Händler gegen Vorgaben verstoßen wie im Fall der Libor-Zinsmanipulationen, die Geldhäuser im Nachhinein Milliarden kosteten.

Überbewerten darf man den Stresstest allerdings nicht. Den Test von 2014 bestanden die deutschen Banken, die Aktienkurse liegen jetzt trotzdem am Boden. Sowohl Deutsche Bank als auch Commerzbank dürften volatil bleiben und eignen sich derzeit nur für Trader.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Goldman Sachs hebt Kursziel

Die Aktie der Commerzbank ist in den vergangenen Wochen nicht Recht vom Fleck gekommen. Die Hürde von zehn Euro war zu hoch. Im schwachen Handel nach Pfingsten führt der Wert jedoch den Leitindex DAX an, weil sich die Investmentbank Goldman Sachs positiv geäußert hat. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank und Commerzbank: Die Roboter kommen

Die „Strategie 4.0“ von Commerzbank-Chef Martin Zielke soll nicht nur die Kosten des Konzerns drücken und die Rendite erhöhen. Auch das verstaubte Image will der Vorstand endlich ablegen. In der Digitalisierung soll die Zukunft liegen. Die Deutsche Bank will ebenfalls wendiger werden. Die neue … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Das war‘s dann

Nun ist Schluss. Die geringen Frachtraten durch zu hohe Kapazitäten bei Reedereien weltweit drücken schon länger auf das Geschäft mit Schiffspfandbriefen. Die Commerzbank hat zuletzt im Jahr 2011 Papiere dieser Art begeben. Wie das Unternehmen mitteilt, zieht sich der Konzern jetzt komplett aus dem … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Die Kehrtwende

Der Kurs der Commerzbank hat in den vergangenen Tagen korrigiert und drohte unter die Unterstützungslinie von 9,00 Euro zu fallen. Heute führt der Titel jedoch mit weitem Vorsprung den DAX an. Was ist passiert? Die UBS verlieht der Aktie mit einer neuen Studie deutlich Rückenwind. mehr