Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Anklage - tritt Fitschen bald zurück?

Die Aktie der Deutschen Bank rutscht am Dienstag ab. Der Grund: Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Jürgen Fitschen erhoben. Dem Deutsche-Bank-Vorstand und seinen Vorgängern Rolf Breuer und Josef Ackermann falsche Zeugenaussagen vor.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Manager mit falschen Angaben vor Gericht Schadenersatzzahlungen an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch verhindern wollten. Da die Bank am Ende doch zahlte, geht es nur um versuchten Prozessbetrug. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Die Deutsche Bank verwies auf Anfrage auf frühere Äußerungen, wonach sie davon überzeugt ist, dass sich der Verdacht gegen Jürgen Fitschen als unbegründet erweisen werde. Fitschen führt die Deutsche Bank seit Juni 2012 gemeinsam mit Anshu Jain und gilt als einer der wichtigsten Wirtschaftsbosse in Deutschland.

Nach der Erhebung der Anklage muss das Landgericht München im nächsten Schritt entscheiden, ob diese zugelassen wird und es somit zum Prozess kommt. Die Entscheidung könnte allerdings noch Monate dauern. Ein Prozess würde somit nicht vor dem kommenden Jahr beginnen. Als Angeklagte müssten Fitschen, Ackermann, Breuer und die anderen Beteiligten dann persönlich vor Gericht erscheinen.

Das Verfahren ist die letzte offene Baustelle der Deutschen Bank im Streit mit den Kirch-Erben. Leo Kirch und später seine Erben machten die Bank für den Zusammenbruch des Medienimperiums von Kirch im Jahr 2002 verantwortlich und überzogen das Geldhaus mit Prozessen.

Muss Fitschen gehen?

Nach der Erhebung der Anklage muss das Landgericht München nun über die Zulassung entscheiden und ob es zum Prozess kommt. Börsenbrief-Autor Hans Bernecker geht für diesen Fall davon aus, dass die Spitze der Bank neu besetzt werden muss.

Aktie ist ein Kauf

Nach den Meldungen über die Anklage gerät die Aktie der Deutschen Bank unter Druck. Zuletzt erholten sich die Titel des deutschen Branchenprimus wieder etwas auf 27,50 Euro bei minus gut zwei Prozent. DER AKTIONÄR bleibt trotz des Ärgers um Fitschen bei seiner Kaufempfehlung für die Aktie. Der Titel ist mit einem 2015er-KGV von 8 sehr günstig bewertet und hat eine Menge Nachholpotenzial. Für Kursfantasie sorgt zudem die mögliche Entschärfung des Trennbankengesetzes. Spekulativ orientierte Anleger nutzen die Kursschwäche zum Einstieg und setzen den Stopp bei 22,50 Euro. Das Kursziel lautet 35 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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