Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Aktie ist Spitze - Experten voll des Lobes

Seinen Ruf als Sanierer hat sich John Cryan im Ausland erworben. Jetzt greift der neue starke Mann an der Spitze der Deutschen Bank bei den Frankfurtern hart durch. Den Anlegern gefällt’s.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hinterlässt eine erste Duftmarke bei der Deutschen Bank. Der Brite macht mit seinen Maßnahmen, die einige Top-Manager ihren Posten kostet, unmissverständlich klar: Er wird mit dem eisernen Besen durch den Konzern kehren. An der Börse kommen die Pläne gut an. Die Aktie gewinnt über drei Prozent.

Einer, der die Pläne lobt, ist Neil Smith vom Bankhaus Lampe. „Ich sehe die Entscheidungen positiv“, schreibt der Experte in seiner Studie vom Montag. „Sie sind Beweis dafür, dass sich der neue Co-Chef, John Cryan, mit lediglich schrittweisen Veränderungen nicht zufrieden gibt.“

Smith stuft die Deutsche-Bank-Aktie weiterhin mit „Kaufen“ ein. Das Kursziel sieht der Experte bei 35 Euro.

Auch Kian Abouhossein von JPMorgan begrüßt die neue Struktur. Bürokratie dürfte abgebaut und die Effizienz gesteigert werden. Die Aktie sehe attraktiv bewertet aus. Abouhosseins Rating lautet „Übergewichten“.

„Investmentbanking als Kundendienstleistung“

Nach Einschätzung von Hans-Peter Burghof vollzieht die Deutsche Bank mit dem Umbau ihrer Konzernstruktur einen überfälligen Schritt. „Die Deutsche Bank zieht nach, was andere schon vollzogen haben: Sie sieht das Investmentbanking nun in erster Linie als Kundendienstleistung, nicht mehr als Selbstzweck", sagte der Professor von der Universität Hohenheim.

Zu lange habe dieses Geschäft bei Deutschlands größter Bank vorrangig dem Zweck gedient, möglichst viel am Kunden zu verdienen.

Das Investmentbanking galt lange als wichtigster Gewinnbringer der Bank. Das sei allerdings mit Risiken für den Ruf der Bank und auf Kosten juristischer Auseinandersetzungen teuer erkauft worden, sagte Burghof.

Wie radikal wird der Umbau?

Die Deutsche-Bank-Story wird zunehmend interessanter. John Cryan erfüllt die in ihn gesetzten Erwartungen bislang vollends. Nun richtet sich der Blick auf den 29. Oktober, wenn Cryan Details zur neuen Strategie bekannt gibt. Es ist unwahrscheinlich, dass er die Börse enttäuschen wird. Für spekulativ orientierte Anleger könnte sich der Aufbau einer ersten Position bei der Deutschen Bank lohnen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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