Deutsche Bank
- DER AKTIONÄR

Deutsche Bank-Aktie: Das müssen Anleger in Sachen Kapitalerhöhung jetzt wissen!

Im Hinblick auf den anstehenden Banken-Stresstest der EZB wollen Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Bilanz der Deutschen Bank mit einer Kapitalerhöhung stärken. „Erst abwarten, dann zugreifen“, lautet die Empfehlung vom AKTIONÄR. Die Hintergründe!

Im vergangenen Jahr führte eine im DAX notierte Großbank eine Kapitalerhöhung durch. Im Zuge der Ankündigung und der Ausgabe der neuen Aktien ging es mit dem Kurs zunächst noch deutlich in den Keller. Ab Sommer erholte sich die Aktie allerdings wieder und konnte sich in der Spitze mehr als verdoppeln. Der Name der Bank: Commerzbank. Sollte sich diese Geschichte wiederholen, dann würden Anleger mit einem Engagement bei der Deutschen Bank einen richtig guten Fang machen.

Die Details für die Kapitalmaßnahme wurden in vor wenigen Tagen bekannt gegeben. Demnach liegt der Platzierungspreis bei 22,50 Euro und damit einen Euro über dem oberen Ende der in den Medien verbreiteten Kursspanne. Platziert werden sollen 299,8 Millionen Papiere. Damit erhöht sich der Brutto-Emissionserlös auf 8,5 Milliarden Euro. Bislang hatte die Deutsche Bank 8,0 Milliarden Euro als Ziel ausgegeben. Im ersten Schritt der Kapitalerhöhung war vor rund zwei Wochen der katarische Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani eingestiegen. Die Deutsche Bank hatte ihm rund 60 Millionen neue Anteile verkauft und dafür 1,75 Milliarden Euro kassiert. Auch am zweiten Teil der Kapitalerhöhung will er sich beteiligen.

Die Aktionäre der Deutschen Bank können für 18 alte Aktien fünf neue zu einem Preis von 22,50 Euro erwerben. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 24. Juni. Zeitgleich findet der Handel der Bezugsrechte statt. Ab dem 25. Juni können die neuen Aktien gehandelt werden.

„Jetzt kaufen!“
Analyst Ingo Frommen von der Landesbank Baden-Württemberg bewertet die Kapitalmaßnahme indes positiv. Im Gespräch mit dem aktionär erklärt er: „Für uns ist die Kapitalerhöhung in diesem Ausmaß der richtige Schritt.“ Schon der Deal mit dem Scheichtum Katar sei ein geschickter Schachzug gewesen. Zudem lasse der erhöhte Angebotspreis auf ein gutes Pre-Marketing schließen, weshalb mit einer erfolgreichen Aktienplatzierung gerechnet werde.

„Vor diesem Hintergrund raten wir dem Anleger, an der Kapitalerhöhung teilzunehmen, und stufen entsprechend die Aktie von ‚Neutral‘ auf ‚Kaufen‘ hoch“, erläutert der Experte. Das Kursziel sieht er nun bei 36 Euro.

Erst abwarten, dann zugreifen
Auch DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert der Deutsche-Bank-Aktie deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Mit einem 2015er-KGV von 9 (nach der Emission der 300 Millionen zusätzlichen Aktien) ist der Titel im Branchenvergleich sehr günstig bewertet. Der Abschlag wegen der Sorgen über einen nicht ausreichenden Risikopuffer wäre dann ungerechtfertigt. Anleger sollten aber zunächst die Kapitalerhöhung abwarten und dann erst zugreifen. Das Kauflimit liegt weiter bei 26 Euro.

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Andreas Deutsch | 0 Kommentare

Egbert Prior: Meine erste Aktie

Aller Anfang ist schwer an der Börse – das gilt sowohl für Profis als auch für Amateure. Exklusiv für den AKTIONÄR erinnert sich Egbert Prior, langjähriger Herausgeber der Prior Börse, an sein erstes Investment. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Hört doch endlich auf!

Am Anfang war es einfach nur lästig: Mehrere demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus forderten immer wieder Informationen von der Deutschen Bank über die Beziehungen zu Donald Trump. Der Konzern gilt als einer der größten Gläubiger des Präsidenten. Was anfangs nur wie ein politisches … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Eine Million ist zu wenig

Wer mehr als eine Million Euro anlegen kann, hat sich bislang bei der Deutschen Bank von „Normal-Investoren“ unterschieden. Der Konzern hat dieses Klientel gesondert von den normalen Privatkunden in der Vermögensverwaltung betreut. Damit soll jetzt Schluss sein, denn die Bank will auch hier sparen. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Vorsicht vor dem zweiten Quartal

Der Turnaround bei der Deutschen Bank ist in vollem Gange. Im Herbst will der Vorstand weitere Details zur Reintegration der Postbank in den Mutterkonzern bekannt geben. Und auch die organisatorische Abspaltung der Fondstochter Deutsche Asset Management für den Teilbörsengang soll dann … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Der Nebel lichtet sich

Die Reintegration der Postbank in die Deutsche Bank und der Teilbörsengang der Deutschen Asset Management sind nur ein Teil der neuen Strategie des Gesamtkonzerns: CEO John Cryan will sich auch von unprofitablen Geschäftsfeldern trennen und Segmente verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft der Bank … mehr