Deutsche Bank
- Martin Mrowka - Redakteur

Deutsche Bank: Kein Druck zur Übernahme der Commerzbank

In den vergangenen Tagen waren die Fusionsgerüchte zu den beiden deutschen Großbanken wieder verstummt. Auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung in Berlin bekräftigte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing nun, dass er diesbezüglich kein Drängen der Politik spüre. Vor einer Übernahme oder Fusion müsse die Bank erst ihre Profitabilität steigern. Prompt gerieten beide Bank-Aktien am Montag wieder unter Druck - bei allerdings abgeschwächtem Börsenumfeld.

Sewing sieht sein Unternehmen weiterhin vor der Rückkehr in die Gewinnzone. "Ich habe ja vor drei Wochen gesagt, dass ich uns zur Zeit auf dem richtigen Weg für 2018 sehe", wird Sewing von der Agentur Reuters zitiert. Der Großteil der Rechtsfälle sei inzwischen abgearbeitet. Sewing bekräftigte für 2019 das Renditeziel von vier Prozent. Für ihn sei das aber nicht zufriedenstellend, die Rendite müsse vielmehr Schritt um Schritt ausgebaut werden.

"Natürlich sind wir nicht zufrieden mit unserem Aktienkurs"

Noch machen sich Sparkurs und Neuausrichtung der Bank nicht in einer Geschäftsstabilisierung bemerkbar. Im dritten Quartal hatte sich der Vorsteuergewinn allerdings nochmals halbiert und die Deutsche-Bank-Aktie zuletzt wieder unter die Neun-Euro-Marke gedrückt. Auch Sewing ist darüber nicht glücklich. "Natürlich sind wir alle nicht zufrieden mit unserem Aktienkurs", räumte der Manager ein. Angesicht der unzureichenden Profitabilität der Bank sei diese Bewertung aber "nicht komplett unfair". - Einen Livestream vom SZ-Wirtschaftsgipfel (12.11.-14.11.) gibt es hier.

Neuer Ärger droht dem Bankenprimus aus Amerika. Denn die Hausbank von US-Präsident Donald Trump steht im Visier des US-Finanzausschusses. Der Vorwurf: Geldwäsche.

Die Aktie der Deutschen Bank rutschte am Montag rund zwei Prozent ab auf 8,78 Euro. Der DAX-Wert nähert sich damit wieder seinem Tiefstkurs, der Ende Oktober bei 8,42 Euro markiert wurde. Auch die Commerzbank gab wieder nach. Ein Tagesminus von gut zwei Prozent ließ den Kurs auf 8,51 Euro sinken. Von den beiden Bank-Aktien erscheint die Commerzbank besser aufgestellt. DER AKTIONÄR hatte CoBank-Aktien (im Chart dunkelblau) vor ein paar Wochen spekulativ zum Kauf empfohlen. Engagierte Anleger sollte den Stopp-Kurs von 7,90 Euro beachten.

 

 

 

 

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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