Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: 24 Euro oder 50 Euro - was ist die Aktie wirklich wert?

Während der DAX am Mittwoch auf der Stelle tritt, erholt sich die Deutsche-Bank-Aktie von ihren am Dienstag erlittenen Verlusten. Die meisten Analysten halten die Aktien auf dem aktuellen Niveau für zu günstig bewertet. Auch Börsenlegende Hans A. Bernecker sieht viel Potenzial für den Titel.

Die Deutsche-Bank-Aktie kommt für 2015 auf ein KGV von 9. Das ist im historischen als auch im Branchenvergleich sehr günstig. Gut und schön, nur wollen die wenigsten Anleger den Titel im Depot haben. Der Hauptgrund sind die Rechtsrisiken. Sie belasten den Aktienkurs schon viele Monate.

Zwar bleiben die Prozessrisiken ein Thema für den deutschen Bankenprimus, meint Kian Abouhossein, Analyst bei JPMorgan. Allerdings sollten sie seiner Meinung nach keinen zusätzlichen Kapitalbedarf auslösen. Die Aktie der Deutschen Bank sei neben der UBS und der Societe Generale sein "Top Pick" unter den weltweiten

„Nummer zu groß“

Das sieht auch Hans A. Bernecker so. Im Interview mit dem AKTIONÄR kritisiert der Herausgeber der Actien-Börse den Vorstand der Deutschen Bank scharf. „Ich glaube, dass der Vorstandsvorsitz für Anshu Jain und Jürgen Fitschen eine Nummer zu groß ist.“ Womöglich hätten die beiden Manager keine richtige Strategie. „Und wenn man sich den Aktienkurs anschaut, glaubt der Markt offenbar auch nicht daran, dass Fitschen und Jain in den kommenden Monaten eine überzeugende Strategie vorlegen werden.“

Normalerweise müsste die Deutsche-Bank-Aktie laut Bernecker „doppelt so hoch stehen wie jetzt“. Voraussetzungen: „Die Rechtsrisiken in den USA werden ausgeräumt und der Vorstand liefert endlich oder wird ausgetauscht.“

Fünf sind bearish

Die meisten Analysten sind wie Bernecker und Abouhossein bullish für die Deutsche Bank. 22 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. 17 Experten raten dazu, die Aktie zu halten. Für lediglich fünf Analysten ist die Aktie ein Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 33,17 Euro. Besonders skeptisch für die Aktie ist Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler. Er empfiehlt, die Aktie zu verkaufen. Den fairen Wert der Aktie sieht er bei 24 Euro.

Auf diese Marken kommt es jetzt an

Auch DER AKTIONÄR hält die Deutsche-Bank-Aktie auf dem aktuellen Niveau für deutlich zu günstig bewertet. Der faire Wert liegt bei 35 Euro. Allerdings sind nach wie vor die Rechtsrisiken das bestimmende Thema bei der Deutschen Bank. Eine kurzfristige Entspannung ist hier nicht zu erwarten. Sollte die Aktie das Zwischentief bei 25,465 Euro unterschreiten und auch unter die runde Marke von 25 Euro fallen, droht ein Rücksetzer in den Bereich von 22 Euro, dem Jahrestief von 2011. Investierte Anleger sollten die Aktie halten und den Stopp bei 20,50 Euro setzen.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Chinesen kommen

Die Deutsche Bank hat einen neuen Großaktionär. Laut hält Reuters hat das chinesische Finanzkonglomerat HNA für 755 Millionen Euro Aktien der Bank gekauft und hält damit mehr als drei Prozent der Anteile. Doch das könnte nur der Anfang sein: „Wir schließen nicht aus, unsere Beteiligung in moderatem … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Doch kein Postbank-Verkauf?

Obwohl Deutsche-Bank-CEO John Cryan bei der jüngsten Vorlage der Jahreszahlen kein Wort zur Postbank verlor, brennt das Thema den Anlegern weiter unter den Nägel: Im Raum steht ein Verkauf der Tochter oder eine Reintegration in den Mutterkonzern. JPMorgan hat sich jetzt zur Postbank geäußert. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Muss Ackermann zahlen?

Die derzeitige Krise der Deutschen Bank könnte auch durch Fehlverhalten ehemaliger Vorstände verursacht worden sein. Das zumindest prüft die Bank selbst. Bis zum 18. Mai sollten Aktionäre Klarheit haben, ob der Konzern deshalb von mehreren Ex-Vorständen Geld zurückfordern kann. Dann lädt das … mehr