Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: "Unverantwortliche Spekulationen"

Die Deutsche Bank prüft die Marktchancen im europaweiten Geschäft mit Privatkunden. Zudem will Deutschlands Marktführer die Kosten weiter senken. Welche Bereiche auf dem Prüfstand stehen, sei allerdings völlig unklar.

"In unserer Branche gibt es noch keinen wirklichen europäischen Markt. Gerade das Privatkundengeschäft ist immer noch weitgehend eine nationale Angelegenheit", sagte Co-Chef Jürgen Fitschen in einem Interview, das er mit seinem Kollegen Anshu Jain der Welt am Sonntag gab. Gegenüber den Banken in den USA bedeute die Zersplitterung der Märkte in Europa einen Nachteil. "Diese Einheiten sind zu klein, um langfristig alleine überleben zu können."

Kostengünstig arbeiten könnten nur größere Einheiten. Fitschen ließ aber offen, ob die Deutsche Bank bei einer künftigen europäischen Konsolidierung eine aktive Rolle spielen und Wettbewerber übernehmen werde. "Das ist eine der Fragen, mit denen wir uns beschäftigen müssen", sagte er. "Wir sind im Privatkundengeschäft bisher nur in wenigen europäischen Ländern vertreten."

Strategie soll überprüft werden

Weitere Kostensenkungen seien jedoch auch für die Deutsche Bank unvermeidlich. Zu Spekulationen, die Postbank stehe zum Verkauf, wollte sich Fitschen nicht näher äußern: "Wir haben stets klargemacht, dass die Bank ihre Strategie im Laufe des kommenden Jahres überprüfen und gegebenenfalls auch weiterentwickeln wird." Reine Mutmaßungen über Verkäufe seien aber "unverantwortlich".

Aktie für Geduldige

Die Aktie der Deutschen Bank notiert am Montagmorgen leicht im Minus. Allerdings hält sich der Titel über dem von Januar an gültigen Abwärtstrend. Nachhaltigen Auftrieb für den ganzen Sektor könnte es schon bald durch Mario Draghi geben. Der EZB-Präsident wird sich mit dem Start des QE-Programms gewiss nicht mehr allzu viel Zeit lassen. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert der Deutschen-Bank-Aktie bei 33 Euro. Der Stopp sollte bei 21,50 Euro gesetzt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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