Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Totgesagte leben länger

Die Deutsche Bank will bei Unternehmensfinanzierungen und im Emissionsgeschäft Marktanteile zurück gewinnen. Hierzu hat sich das Geldhaus einen Experten von Goldman Sachs geholt. Ein anderer Spitzenmanager berät dagegen jetzt Katar.

Innerhalb des nächsten Jahres will der Konzern seine Rolle bei Börsengängen und der Beratung von Unternehmen wieder auf Vordemann bringen, so Alasdair Warren gegenüber Reuters. Seit Mai versucht der Banker, der vorher für Goldman Sachs arbeitete, den Rückstand der Deutschen Bank zur Konkurrenz zu verringern. Denn längst gehört der einstige Branchenstar nicht mehr zu den größten Investmenthäusern der Welt. Warren will weg vom bisherigen Image und mehr den Kümmerer spielen: „Jetzt konzentrieren wir uns darauf, einen langfristigen strategischen Dialog und Kundenbeziehungen aufzubauen“, sagt der Experte.

Unklare Rolle

Ein anderer Topmanager geht dagegen gleich auf Tuchfühlung mit den Investoren: Michele Failssola wechselt als Berater zur Herrscherfamilie von Katar. Der Topmanager musste gehen, als John Cryan den Chefposten übernahm. Die Al-Tahnis halten annähernd zehn Prozent der Anteile der Deutschen Bank und könnten bei einer Kapitalerhöhung noch wichtig werden. Welche Rolle Failssola dabei spielt, ist aber unklar: „Für die Deutsche Bank ist die Beraterrolle Faissolas und sein Einfluss auf die Al-Thanis durchaus pikant, schließlich hat er das Geldhaus nicht unbedingt in Freundschaft verlassen“, so ein Insider gegenüber dem Handelsblatt.

Finger weg

Der Hypothekenstreit in den USA hängt immer noch wie ein Damoklesschwert über der Deutschen Bank. Auch wenn es langfristig wichtig ist, dass der Konzern Marktanteile zurückgewinnt, treibt die Märkte derzeit vor allem die drohende Strafe in den USA um. CEO Cryan sollte hier endlich zu einer Einigung kommen, um die größte Unsicherheit zu beseitigen. Anleger meiden die Titel.

 


 

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