Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Ordentlich Gegenwind in 2019

So verheerend 2018 für die Deutsche-Bank-Aktie war, so positiv beginnt das neue Jahr. Das Wertpapier führt heute den DAX an und konnte seit Jahreswechsel elf Prozent zulegen. Damit rangiert es im noch jungen Jahr unter den Top-Performern im Leitindex. Doch 2019 dürfte für die Bank ähnlich schwierig werden wie das abgelaufene Jahr.

Durch die zahlreichen Skandale 2018 verloren immer mehr Kunden das Vertrauen. Das schlägt sich auch operativ nieder. Deutsche-Bank-Finanzvorstand James von Moltke sagte dazu zu Bloomberg: „Die Durchsuchungen waren auf der Ertragsseite nicht hilfreich, vor allem in einem schwachen Marktumfeld wie wir es im Dezember hatten“. Dementsprechend wurden die Umsatzziele für das vierte Quartal gekürzt.

Ziele für 2019 ungewiss

Auch im neuen Jahr bleibt es dabei: Es wird schwierig mehr Geschäft zu machen. Analyst Thomae von der Deka sagt im Interview mit der WELT: „Die Deutsche Bank hat kein Liquiditätsproblem, sondern ein Profitabilitätsproblem. Die Erträge fallen schneller als die Kosten.“ Vor allem im Investmentbanking geht es nicht voran. Doch auch im Privat- und Firmenkundengeschäft bleiben die Margen durch Niedrigzinsen und harten Wettbewerb unter Druck. „In diesem und im nächsten Jahr müssen aber erste Erfolge durch den Zusammenschluss von Postbank und Deutscher Bank sichtbar werden“, so Thomae.

Das könnte ins Wasser fallen, wenn die Zinsen niedrig bleiben und sich zusätzlich noch die Konjunktur eintrübt. Dann wäre das Ziel eine angepasste Eigenkapitalrendite von vier Prozent in 2019 zu erreichen wohl Makulatur. Bei den Kosten sind sich hingegen die meisten Analysten sicher, dass die Deutsche Bank ihre Ziele erreicht. Das wichtigste ist es aber, wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Ungewisse Zukunft

So positiv der Jahresauftakt für die Deutsche Bank verlaufen ist, so schwierig bleibt das Gesamtjahr. Geht es nicht schnell voran mit der Restrukturierung, dann könnte eine Notfusion mit der Commerzbank folgen. Im schlimmsten Fall könnte eine Zerschlagung drohen. Anleger meiden derzeit die Aktie.

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