Deutsche Bank
- Thorsten Küfner - Redakteur

Deutsche Bank: Noch eine Kapitalerhöhung?

Moody's bewertet die Kapitaldecke bei der Deutschen Bank nach wie vor kritisch. Nach Ansicht der Ratingagentur hat der Konzern 2014 zwar Fortschritte beim harten Kernkapital gemacht und damit den Abstand zu den wesentlichen Konkurrenten verkürzt. Dennoch sei vermutlich eine bedeutende Portion frischen Kapitals nötig, um die Risiken künftiger Rechtsstreitigkeiten und Auflagen abzudecken.

Die Bonitätsnote "baa3" behielt die Ratingagentur jedoch bei - eine Stufe tiefer gälte ein Investment in die Deutsche Bank als spekulativ, umgangssprachlich "Ramsch" genannt. Das größte deutsche Kreditinstitut sei vermutlich weiter stärker von den erzielten Gewinnen am Kapitalmarkt abhängig als viele der Konkurrenten, hieß es weiter. Das sei eine strukturelle Schwäche der Bank, die auszubügeln ihr schwer fallen werde. Sollten sich die Bedingungen nicht verschlechtern, könnte der strategische Kurswechsel und der Ausbau von stabileren Ertragsmodellen die Bonität jedoch verbessern.

Letzte Kapitalerhöhung im November
Zuletzt hatte das Geldhaus im November eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Durch den Abbau von Risiken und einem verschärften Sparkurs will die Bank ihr Kapitalproblem in den Griff bekommen. Die für die Aufseher immer wichtiger werdende sogenannte Verschuldungsquote (Leverage Ratio) soll mittelfristig deutlich steigen. Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme soll auf mindestens fünf Prozent klettern. Ende März lag dieser Wert mit 3,4 Prozent deutlich darunter.

Bei der sogenannten harten Kernkapitalquote, die den Anteil der haftenden Mittel der Eigentümer am risikobehafteten Geschäft beziffert, wird ein Wert von rund elf Prozent angestrebt. Hier lag die Bank zuletzt schon auf einem Wert in ähnlicher Höhe.

Mutige greifen zu
Die Deutsche Bank bleibt weiterhin nichts für schwache nerven. Dennoch hält DER AKTIONÄR aufgrund der im Branchenvergleich sehr günstigen Bewertung nach wie vor an der Kaufempfehlung für die DAX-Titel fest. Der Stopp sollte bei 24,50 Euro belassen werden.
(Mit Material von dpa-AFX)

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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