Deutsche Bank
- Nikolas Kessler - Redakteur

Deutsche Bank: Neue Ermittlungen in den USA?

Die Razzia bei der Deutschen Bank vor zwei Wochen hat inzwischen auch in der US-Politik ein Echo hervorgerufen. Mitglieder des Senats fordern wegen der Geldwäschevorwürfe Ermittlungen gegen die Großbank, meldet das Wall Street Journal (WSJ). Nach der Erholung zur Wochenmitte wächst damit auch der Druck auf die Aktie wieder.

Angesichts der zahlreichen Verfehlungen der Vergangenheit sollte der Bankenausschuss des US-Senats Ermittlungen gegen das Geldhaus einleiten, schrieben die demokratischen Senatoren Elizabeth Warren und Chris Van Hollen nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters an den republikanischen Ausschuss-Vorsitzenden Mike Crapo. Dabei sollen die Vorkehrungen des Instituts gegen Geldwäsche überprüft werden. Sorge bereite den beiden Senatoren, dass die Deutsche Bank als Korrespondenzbank anderen Instituten bei der Geldwäsche oder beim Umgehen von US-Sanktionen behilflich gewesen sein könnte.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass ein beträchtlicher Teil der verdächtigen Gelder im Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank über die Deutsche Bank geflossen sind. Erst im Vorjahr hatte die Deutsche Bank im Zusammenhang mit verdächtigen Zahlungen aus Russland in den USA 425 Millionen Dollar Strafe gezahlt.

Wird die Deutsche Bank in den USA zum Politikum?

Ob und wann es zu den Ermittlungen des US-Bankenausschusses gegen das Institut kommt, ist allerdings offen – und dürfte auch von politischen Erwägungen abhängen. Die Demokraten haben die Deutsche Bank auch wegen ihrer Geschäftsbeziehungen zu US-Präsident Donald Trump im Visier. Die Vorstöße der demokratischen Abgeordneten Maxine Waters sind bislang jedoch an der republikanischen Mehrheit gescheitert.

Wenn die Demokraten im Januar die Mehrheit im Repräsentantenhaus übernehmen, dürfte Waters jedoch die Leitung des Bankenausschusses übernehmen und ihre Untersuchungen vorantreiben. Die Republikaner dürften mit ihrer Mehrheit im Senat dagegen bemüht sein, weiteren Ärger für die Regierungspartei und den Präsidenten abzuwenden.

Man nehme die gesetzlichen Verpflichtungen sehr ernst und werde auch künftig bei autorisierten Ermittlungen kooperieren, sagte eine Deutsche-Bank-Sprecher dem WSJ. Eine Sprecherin der republikanischen Mehrheitsfraktion lehnte eine Stellungnahme ab.

Aktie meiden!

Während die zwischenzeitliche Begeisterung über eine mögliche Fusion mit der Commerzbank schon wieder schwindet, sorgen die drohenden Ermittlungen in den USA wegen des Geldwäscheverdachts für zusätzliche Unsicherheit – schließlich drohen weitere empfindliche Geldstrafen. Im durchwachsenen Gesamtmarkt gibt die Aktie einen Teil ihrer jüngsten Gewinne ab und notiert damit nur marginal über Allzeittief.

 

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