Deutsche Bank
- Jonas Lerch

Deutsche Bank: Der nächste Tiefschlag droht!

Die dramatische Kurs-Talfahrt der Deutschen Bank seit Jahresbeginn bleibt nicht ohne Folgen. Zu allem Übel droht nun auch noch der Rauswurf aus dem wichtigsten Aktienindex der Eurozone. Heute steigt die Aktie der Deutschen Bank jedoch deutlich.

Hintergrund der aktuellen Kursgewinne ist ein Bericht der Wirtschaftswoche, wonach angeblich die US-Investmentbank JP Morgan beim angeschlagenen Kreditinstitut einsteigen will. Eine Sprecherin von JP Morgan dementierte die Spekulationen jedoch umgehend. Auch die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) soll Interesse am deutschen Bankenprimus haben. Eine Übernahme ist jedoch unwahrscheinlich, bevor die Probleme der Deutschen nicht gelöst sind.

Auch das Index-Problem bleibt weiterhin bestehen. Am 24. September erfolgt die Neubewertung des EuroStoxx-50 durch die Deutsche Börse. Zum jetzigen Zeitpunkt steht die größte Bank Deutschlands auf dem letzten Platz – und damit auf der Abschussliste. Grund dafür ist der starke Wertverlust des Kreditinstituts von 42 Prozent seit Jahresbeginn. Mit dieser Performance ist die Deutsche Bank größter Verlierer aller 50 enthaltenen Unternehmen des Aktienindex.

Kurs würde weiter gedrückt werden

Vier potenzielle Kandidaten könnten nach dem aktuellen Rating den freien Platz im EuroStoxx-50 einnehmen: Kering, Linde Unicredit sowie die Amadeus IT.

Ein Verbleib des Geldhauses im EuroStoxx-50 ist deshalb so wichtig, weil börsengehandelte Fonds (ETFs) den Index exakt nachbilden und bei Anpassungen der Index-Zusammensetzung entsprechend umschichten müssen. Und das sind beim EuroStoxx-50 mehr als 40 Milliarden Euro Anlagevolumen. Die Kurse der betroffenen Werte geraten somit deutlich unter Druck: Im Schnitt verlieren Aktien, die aus dem Index fallen, 5,6 Prozent im Monat vor der Ankündigung und nochmal drei Prozent nach der Anpassung.

Letzte Chance: Starker Kurssprung

Um weiterhin im Index zu bleiben, müsste die Marktkapitalisierung des französischen Energieversorgunges Engie übertroffen werden. Das bedeutet im Klartext, dass die Deutsche Bank-Aktie in den nächsten zwei Monaten um mehr als 50 Prozent steigen muss. Sollten sich die Gerüchte bezüglich einer (derzeit nicht sehr wahrscheinlichen) Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank bewahrheiten, könnte die benötigte Marktkapitalisierung gesichert sein.

Seinen Platz im DAX hat das Geldhaus mit einer Marktkapitalisierung von 19,8 Milliarden Euro bei der nächsten Index-Überprüfung am 5. September im Gegensatz zur Commerzbank jedoch sicher.

Für den AKTIONÄR ist die Deutsche Bank-Aktie aktuell kein Kauf. Die Aktie konnte sich in den letzten Tagen und vor allem heute zwar etwas erholen, der Abwärtstrend seit Jahresbeginn ist jedoch noch nicht überwunden.

 

 

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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