Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Das sieht nicht gut aus!

Vom Rekordtief bei 11,06 Euro hat sich die Aktie der Deutschen Bank im freundlichen Gesamtmarkt wieder berappelt. Die Erholung könnte aber jäh enden. Denn aus Italien droht neuer Ärger – nicht nur für die Deutsche Bank.

Die Ratingagentur DBRS kennt kein Mensch. Doch zusammen mit Moodys, Fitch und Standard and Poors bilden die Kanadier das Quartett, an dessen Ratings sich die EZB orientiert. DBRS ist die letzte Agentur, die für Italien noch ein „A“ vergibt. Das ist jetzt aber in Gefahr. Nicht nur die hohe Staatsverschuldung und die schlechte Wachstumsperformance sieht das Unternehmen kritisch. Vor allem die poltische Unsicherheit durch das Verfassungsrefendum im Herbst ist den Analysten ein Dorn im Auge.

Stuft DBRS Italien auf „BBB“ zurück, dann erhöhen sich auch die Refinanzierungskosten für die italienischen Banken. Denn die sind mit Italo-Staatsanleihen vollgesogen wie ein nasser Schwamm. Wenn der italienische Staat ins Wanken gerät, wäre die Eurorkrise mit voller Wucht zurück. Banken würde das besonders treffen.

Deutsche Bank: Analyst senkt Daumen

Da passt es ins Bild, dass Analyst Andrew Cooms von der Citigroup für die weitere Entwicklung der Deutsche-Bank-Aktie skeptisch gestimmt ist. Obwohl er an seiner neutralen Einstufung für den Titel festhält, hat er das Kursziel von 14,30 auf 13,00 Euro gesenkt. Grundlegend sind geringere Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre, so Cooms. Für das laufende Jahr hat er seine Schätzung für den Gewinn je Aktie um 34 Prozent reduziert. In den beiden Folgejahren kommen jeweils 14 Prozent hinzu. „Eine geringere Prognose für das Wertpapiergeschäft und die negative Kostenentwicklung werden auf den Gewinn drücken“, so Cooms.

Nicht schon wieder!

Kaum scheint nach den Zahlen etwas Ruhe eingekehrt, droht der nächste Gefahrenherd wieder aufzuflammen. Auch wenn die Aktie in den vergangen Tagen etwas Boden gutgemacht hat, hat sich an der charttechnischen Situation nichts geändert. Mit einem erwarteten KGV von 8 für 2017 ist der Titel nicht teuer. Auf dem aktuellen Niveau ist die 200-Tage-Linie bei 17,18 Euro aber noch Meilenweit entfernt. Die zahlreichen Unsicherheiten dürften noch länger auf dem Kurs lasten. Anleger meiden die Aktie.

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