Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Cryan macht Ernst - Na endlich!

Die Deutsche Bank gilt unter vielen Analysten nicht nur als unterkapitalisiert, sondern auch als zu ineffizient. Die geplante Kapitalerhöhung soll die Diskussion um eine zu geringe Eigenkapitaldecke beenden. Auch bei den Ausgaben will Vorstandsvorsitzender John Cryan jetzt ansetzen: Bis zum Jahr 2022 soll sich die Kostenquote, der Quotient aus Aufwendungen und Erträgen, auf 65 Prozent sinken. Das ist auch dringend geboten, denn im vergangenen Jahr kam der Konzern auf 99,6 Prozent, während die Peer-Group bei 67,7 Prozent lag. Um das Ziel zu erreichen, kündigte Cryan im Handelsblatt weitere Stellenstreichungen und Filialschließungen an.

Deutschland im Fokus

Die Deutsche Bank wird wegen der Integration der Deutschen Postbank in den Mutterkonzern vor allem in Deutschland Jobs abbauen. Im Interview mit dem Handelsblatt sagt Cryan:„Die Integration wird Jobs kosten, und wahrscheinlich mehr, als wir neue schaffen können.“

Die Digitalisierung des Privatkundengeschäfts soll dabei weiter vorangetrieben werden. Cryan sagt weiter, die Deutsche Postbank werde in Zukunft mit weniger Filialen auskommen können, da ihre Kunden die digitalen Angebote der Bank schneller als erwartet angenommen hätten. Erstmals deutete der Vorstandsvorsitzende zudem an, sich eine Verlängerung seines Vertrages über 2020 hinaus vorstellen zu können.

Langfristig bessere Perspektiven, aber…

Die angekündigten Streichungen bei der Deutschen Bank und der Deutschen Postbank sind aus Aktionärssicht überfällig und zu begrüßen. Nur so kann der Konzern die Kosten endlich in den Griff bekommen. Der Weg dorthin ist aber noch weit. Kurzfristig dürfte die Aktie weiter unter Druck bleiben, da die anstehende Kapitalerhöhung den Kurs verwässert. Anleger sollten daher die Aktie der Deutschen Bank verkaufen.

 


 

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