Deutsche Bank
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Deutsche Bank: Welche Rolle spielt Cerberus eigentlich bei möglicher Fusion mit Commerzbank?

Die Aktie der Deutschen Bank hat es am Montag erneut heftig erwischt. Sie verlor bis Xetra-Schluss 5,5 Prozent, konnte sich dann nachbörslich wieder leicht von ihrem Tiefstand erholen. Zuvor hatte der Hessische Rundfunk weitere Details zur jüngsten Razzia veröffentlicht. In den Fokus rückt aber nun ein ganz anderer Vorgang. Denn ein Spieler hält sich bei aller Diskussion um eine mögliche Fusion von Commerzbank und Deutsche Bank bisher dezent im Hintergrund. Dabei handelt es sich um niemand geringeren als den Finanzinvestor Cerberus. 

Der Reihe nach: Gestern geriet die Aktie der Deutschen Bank heftig unter Druck. Mit dem Gesamtmarkt fallend erreichte sie erneut ein neues Allzeittief. Zuvor hatte der Hessische Rundfunk berichtet, die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittle gegen einen ehemaligen Geldwäschebeauftragten des Insituts wegen des Verdachts der – Achtung – Geldwäsche. Bei der Razzia vor etwa eineinhalb Wochen hatten Beamte unter anderem die Geschäftsräume in der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht.

Im Vordergrund steht inzwischen aber ein ganz anderes Thema.Seit dem Wochenende wird wieder trefflich über einen möglichen Zusammenschluss zwischen Deutsche Bank und Commerzbank spekuliert und diskutiert.

Das Magazin FOCUS hatte berichtet, der Bund strebe einen Zusammenschluss der beiden Institute an. Unser Fokus richtet sich indes jetzt auf einen Großaktionär des Instituts: Cerberus. Kenner der griechischen Mythologie wissen den Namen einzuordnen. Cerberus ist der Höllenhund. Die New Yorker Investmentgesellschaft ist nicht unwesentlich an beiden Häusern (zwischen 3 und 5 Prozent) beteiligt und würde daher von einem Zusammenschluss profitieren.

Nicht verschweigen wollen wir dabei, dass Cerberus nicht einfach nur an der Deutschen Bank beteiligt ist und damit die Rolle eines einfachen Investors einnimmt. Vielmehr wurde im Juli dieses Jahres bekannt, dass die Bank die Beratungssparte von Cerberus beauftragt habe. „Die anerkannte Expertise der Cerberus Operations Advisory Company wird uns auf dem Weg unterstützen, wieder attraktive Renditen für unsere Aktionäre und Investoren zu schaffen“, sagte eine Sprecherin damals.

Während das Beratungsmandat besteht, ist es Cerberus untersagt, Handelsgeschäfte in der Aktie zu tätigen. Das birgt eine gewisse Brisanz: Cerberus hat tiefgehende Einblicke in interne Abläufe des Geldinstituts, solche, die anderen Anlegern (ohne Beratungsmandat) nicht zustehen. Läuft das Mandat aus, könnte es diese Informationen nutzen.

Hinzu kommt: Über den Erfolg der Tätigkeit ist nichts bekannt. Dass die Trendwende aber bisher ausgeblieben ist, ist kein Geheimnis. Jetzt könnte man die Frage in den Raum werfen: Wenn die Bemühungen auf operativer Ebene aus welchen Gründen auch immer vielleicht nicht den erhofften Erfolg bringen – wäre es da nicht attraktiv, auf finanzieller Ebene den größtmöglichen Profit zu ziehen? Die Bilanz des Cerberus-Investments ließt sich heute nämlich negativ. Als Cerberus einstieg, notierte die Aktie um die 16 Euro. Heute ist sie nicht einmal mehr halb so viel wert. Im Falle eines Zusammengehens könnte – so auch die Hoffnung einiger Marktteilnehmer – zumindest ein Teil dieses Verlustes wieder aufgeholt werden.

Dieser Beitrag ist dem heutigen Börsen.Briefing. entnommen – dem neuen täglichen Newsletter des Anlegermagazins DER AKTIONÄR. Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei für das Börsen.Briefing. und starten Sie täglich bestens informiert in den Handelstag.


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