Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Alle Optionen auf dem Tisch

Deutsche Bank-CEO John Cryan hat Fusionsplänen mit der Commerzbank eine Absage erteilt. Stattdessen prüft das Geldhaus andere Optionen. Die gestrige Rallye bei der Deutschen Bank-Aktie ist damit wohl vorerst gestoppt.

Einen Zusammenschluss mit der Commerzbank oder einem anderen Konkurrenten steht für Cryan derzeit nicht auf dem Fahrplan. Grundsätzlich hält er aber viel von Fusionen, gerade in Deutschland. „Wir brauchen weiterhin Zusammenschlüsse – auf nationaler Ebene – aber eben auch über die Ländergrenzen hinweg. Nur dann können wir auf Dauer wirtschaftlich arbeiten“, sagte er auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“. In Deutschland würde es zu viele Banken geben, so Cryan weiter. Die Deutsche Bank selbst wolle aber zuerst kleiner und einfacher werden, bevor ein Zusammenschluss mit einer anderen Bank im Raum stehe.

Strategie-Durcheinander

Eine mögliche Fusion mit der Commerzbank ist bei Deutschen Bank nicht die einzige Strategie, die durchgespielt wird. Ungeklärt ist, wie es mit der Postbank weitergeht. Eine Aufspaltung des Branchenprimus wurde auch schon angedacht. Und Kritiker bringen immer wieder eine Verstaatlichung ins Gespräch. Nach Informationen des Wall Street Journal treffen sich kommendes Wochenende hochrangige Manager der Deutschen Bank, um über die Zukunft der Vermögensverwaltungs-Sparte zu diskutieren. Zuletzt hat sich der Wind wohl wieder gedreht und eine Mehrheit ist mittlerweile gegen einen Verkauf. Das stabile Geschäftsfeld bietet in unruhigen Zeiten eine sichere Einnahmequelle, die der Konzern zur Zeit dringend braucht.

Was nun?

Vorbörslich notiert die Aktie der Deutschen Bank etwas fester. Nach dem Dementi von Cryan ist die Luft aber vorerst eher raus. Das Management muss sich zuerst selbst entscheiden, welche Strategieoption es wählt. Auch wenn das Kurs-Buchwert-Verhältnis von unter 0,3 sehr günstig ist, setzten nur erfahrene Trader auf einen Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends bei 14,10 Euro. Der Stopp sollte bei 13 Euro platziert werden.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank und Commerzbank: Viel zu teuer

Das Referendum in Italien am kommenden Sonntag sorgt an den Märkten für Nervosität. Nicht nur italienische Bankaktien wurden in den vergangen Tagen abverkauft. In Deutschland standen auch die Commerzbank und die Deutsche Bank auf der Abschussliste der Anleger. Egal wie die Abstimmung in Italien … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Licht und Schatten

Bereits im Oktober 2015 hatte die Deutsche Bank den Verkauf ihrer mexikanischen Töchter an die dortige Investa Bank bekannt gegeben. Diese braucht allerdings eine Kapitalerhöhung, um den Zukauf stemmen zu können. Laut Handelsblatt wird gegen die Bank jetzt ermittelt. Auch für die Deutsche Bank … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Ist Achleitner wirklich der Richtige?

Bei der Deutschen Bank dürfte einer zweiten Amtszeit von Paul Achleitner als Aufsichtsratschef nichts mehr im Wege stehen. Der oberste Konzernkontolleur tritt aber ein schweres Erbe an, das teilweise auch auf seine eigenen Fehler zurückzuführen sein dürfte. Während die Mehrheit der Großaktionäre … mehr