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Deutsche Bank, Commerzbank, DWS & Co: Bedrohung durch "Lehman Brothers der europäischen Politik"

Der gesamte europäische Bankensektor startet freundlich in die neue Woche. Auch die deutschen Branchenvertreter, darunter Deutsche Bank und Commerzbank, können zulegen. Derweil hat sich der CEO der Deutsche Bank-Tochter DWS jetzt in einem Interview zu Wort gemeldet. Er sieht auf die Märkte das „Lehman Brothers der europäischen Politik“ zukommen – mit Folgen für Real- und Finanzwirtschaft.

Die Zeit läuft. Nach Worten ihres Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier muss sich die EU jetzt intensiv auf die Möglichkeit eines ungeregelten britischen Austritts aus der Europäischen Union einstellen. "Es sind noch 46 Tage bis zum Austrittsdatum", sagte Barnier am Montag nach einem Gespräch mit Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel. "Es ist wichtig, dass wir uns auf alle Szenarien vorbereiten und alle Notfallmaßnahmen ergreifen, die nötig sind." Bereits in den Tagen zuvor hatten diverse Politiker, Unternehmer und Verbandssprecher vor den Folgen eines ungeordneten Brexits gewarnt. So mahnte etwa Bundesfinanzminister Olaf Scholz die deutsche Finanzindustrie an, sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

In einem Interview mit der Wirtschaftszeitung Handelsblatt (kostenpflichtig) hat sich jetzt Asoka Wöhrmann zu Wort gemeldet. Der Chef der Deutsche Bank-Tochter DWS sieht nach einem herausfordernden vierten Quartal weitere Phasen mit "heftigeren Schwankungen" auf die Märkte zukommen. Nach "hässlichen Überraschungen" gefragt, die er fürchte, antwortet Wöhrmann: "Ein No-Deal-Brexit hätte sicher alle Zutaten dafür. Ein unkontrollierter Ausstieg der Briten aus der EU wäre das Lehman Brothers der europäischen Politik, das die Realwirtschaft und in der Folge die Finanzmärkte nachhaltig belasten würde." Offenbar mit Blick auf die kurze verbliebene Frist bis zum Austritt ergänzt er: "Unglücklicherweise steigt die Wahrscheinlichkeit für diesen Fall mit jedem Tag, an dem das Verhandlungschaos weitergeht. Wir selber sind auf alles vorbereitet. Die Gefahr, dass es tatsächlich dazu kommt, würde ich mittlerweile auf 50 Prozent taxieren."

Auch Deutsche Bank-Chef Christian Sewing hatte zuletzt beim Neujahrsempfang seiner Bank in Berlin Anfang Januar erklärt: "Ich kann Ihnen versichern, dass wir als Bank auf alle Szenarien gut vorbereitet sind – und wir haben den Eindruck, dass das auch für die meisten Marktteilnehmer gilt." 

Unterdessen wurde heute bekannt, dass die britische Premierministerin Theresa May bereits an diesem Dienstag eine Erklärung im Parlament über den Stand der Brexit-Verhandlungen abgeben wird. Das bestätigte ein Regierungssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur in London.

Dies solle dem Parlament mehr Zeit geben, "den Inhalt zu verdauen", wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Eine Uhrzeit für die Erklärung wurde noch nicht bekanntgegeben. Zuvor hatte es geheißen, May wolle die Erklärung spätestens am Mittwoch abgeben.

Für Donnerstag ist nach wie vor im Unterhaus eine Abstimmungsrunde über die weiteren Schritte im Brexit-Prozess vorgesehen. Großbritannien will am 29. März die Europäische Union verlassen.

Mit Material von dpa-AFX

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