Deutsche Bank
- Martin Mrowka - Redakteur

Deutsche Bank an der DAX-Spitze - was ist da los?

Phoenix aus der Asche? Die Aktie der Deutschen Bank hat sich am Montagvormittag an die Spitze der Tagesgewinner im DAX gesetzt. Eine ganze Gemengelage von Gründen kommt für den Kursanstieg in Frage.

Zum Einen zieht die Deutsche Bank einen "großen Teil" ihres Clearing-Geschäfts aus London ab. Ein Sprecher von Deutschlands größtem Geldhaus bestätigte einen entsprechenden Bericht der Financial Times, wonach künftig mehr Euro-Wertpapier-Geschäfte in Frankfurt abgewickelte werden sollen. Allerdings seien mit der Umstellung keine Jobverlagerungen von der Themse an den Main verbunden, sagte er. In welchem Umfang die Bank Geschäft verlagert hat, wollte er nicht konkret sagen. Die FT hatte berichtet, es sei fast die Hälfte.

Arbeitsplätze bleiben in London

Wenn die Jobs in London verbleiben, also lediglich eine andere Clearingstelle genutzt wird, dürfte sich die Kostenersparnis für die Deutsche Bank allerdings in Grenzen halten. Größerer Profiteur wäre die Deutsche Börse, die sich derzeit bemüht, im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der EU derartige Geschäfte nach Frankfurt zu ziehen. Das DBK-Euro-Clearing-Volumen wird von der Londoner Börse LCH, die sich im Besitz der London Stock Exchange befindet, an die Deutsche Börse-Tochter Eurex übertragen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete zudem unter Berufung auf Kreise, dass als Teil der geplanten Verkleinerung der US-Aktivitäten der Deutschen am Standort Chicago Personal abgebaut werde. "Das neue Management geht den eingeschlagenen Weg der Restrukturierung und des Kostensparens konsequent weiter", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank die Maßnahmen.

90-Tage-Linie überwunden, aber...

Als weiterer Grund für die Kursgewinne wird von Börsianern genannt, dass die Deutsche Bank sich im laufenden Jahr weniger Geld am Kapitalmarkt über die Ausgabe von Anleihen holen muss als bislang gedacht. Für 2018 ist jetzt nur noch die Emission von Schuldtiteln über 25 Milliarden Euro vorgesehen, statt bislang 30 Milliarden Euro.

Außerdem hat ein Shortseller seine Leerverkäufe reduziert. Und der Deutsche-Bank-Kurs ist über seine gleitende 90-Tage-Linie geklettert, die aktuell bei 10,55 Euro verläuft. Auf dem aktuellen Kursniveau bei 10,86 trifft die Aktie auf Widerstand in Form zweier Zwischentiefs aus vergangenem April. DER AKTIONÄR sieht bei der DBK-Aktie nach wie vor keine nachhaltige Trendwende - vor allem operational, sondern lediglich kurzfristige Trading-Chancen.

 

 

 

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| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

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