- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: "Gut positioniert"

Die Deutsche Bank hat erneut vor zu vielen Regeln und Bürokratie bei der Anlageberatung gewarnt. Die Aktie tritt derweil auf der Stelle.

Eine verschärfte Regulierung sei zwar vernünftig und im Sinne aller Beteiligten, sagte Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied Rainer Neske der Börsen-Zeitung. "Mittlerweile haben Kunden und Banken es aber mit einer Vielzahl bürokratischer Übertreibungen zu tun." Der für das Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden (PBC) zuständige Vorstand fordert daher die Politiker auf, hier das Rad wieder etwas zurückzudrehen.

Forderung an die Regierung

Zu diesem Zweck will Neske alle Beteiligten an einen Tisch bringen. "Ich bin mir sicher, dass wir hier gemeinsam vernünftige Lösungen finden können, sobald eine neue Regierung im Amt ist." Die größte deutsche Volkswirtschaft sei dringend auf einen lebendigen Kapitalmarkt angewiesen. "Dazu gehört, dass Anleger und ihre Berater nicht durch übertriebene Regulierung aus dem Thema Wertpapieranlage vertrieben werden."

Vorstände der größten deutschen Bank haben in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder auf die Probleme durch zu viel Regulierung und zu strenge Regeln hingewiesen. Neske verwies darauf, dass sich zum Beispiel IT-Investitionen nur noch rechnen, wenn sie auf viele Kunden umgelegt werden können. Die Konsolidierung der Branche werde daher weitergehen.

Die Deutsche Bank selbst sei aber nach den jüngsten Übernahmen gut positioniert. "Denn wir haben mit 24 Millionen Kunden nach dem Kauf der Postbank eine Größe, die Skaleneffekte möglich macht." Der Umbau der Privat- und Geschäftskundensparte geht unterdessen weiter. "Wir arbeiten intensiv an der weiteren Industrialisierung unserer Prozesse. Wir nutzen Synergien dort, wo der Kunde es nicht spürt", sagte er. "Zum Beispiel integrieren wir die Abwicklung aller Produkte und Dienstleistungen von Deutscher Bank und Postbank auf eine IT- und Service-Plattform."

Das ist alles Teil der mittelfristigen Ziele. Die Deutsche Bank will dabei unter anderem das operative Vorsteuerergebnis der PBC-Sparte von zwei Milliarden Euro im Jahr 2011 auf rund drei Milliarden Euro im Jahr 2015 steigern.


Für Geduldige

Langfristig orientierte Anleger können das günstige Niveau zum Einstieg nutzen. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert der Aktie bei 47 Euro. Der Stopp sollte bei 29 Euro gesetzt werden.

Mit Material von dpa-AFX

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