- DER AKTIONÄR

Design Bau - Ran an den Speck!

Immobilienaktien zählen zu den größten Gewinnern des bisherigen Jahres. Noch im Oktober will der Spezialist für Eigenheimbau, die Design Bau AG aus Molfsee bei Kiel, das positive Börsenumfeld für ein IPO nutzen.

Immobilienaktien zählen zu den größten Gewinnern des bisherigen Jahres. Noch im Oktober will der Spezialist für Eigenheimbau, die Design Bau AG aus Molfsee bei Kiel, das positive Börsenumfeld für ein IPO nutzen.

Von Thomas Bergmann

Wir machen Hausbesitzer". Mit diesem Slogan wirbt die Design Bau AG für ihren Börsengang, der Ende Oktober bevorsteht. Die Gesellschaft aus dem schleswigholsteinischen Molfsee versteht sich selbst als Full-Service-Anbieter im Eigenbau, der, so Vorstandschef Werner Mattner, Kunden akquiriert, "die heute noch nicht wissen, dass sie morgen bauen können."

Der "Aldi" unterden Hausverkäufern

Design Bau bietet in erster Linie für junge Familien preiswerte Eigenheimlösungen in den Speckgürteln der Großstädte Berlin, Hamburg, Lübeck und Schwerin, die von der Grundstückserschließung über das Angebot von passgenauen modularen Hauskonzepten bis hin zu Finanzierungslösungen reichen. Der Kunde erhält darüber hinaus unter bestimmten Voraussetzungen ein Startkapital von bis zu 15.000 Euro - von der Gesellschaft.

In Kombination mit Eigenleistungen und der Eigenheimzulage können somit auch Bauherren ohne oder mit geringem Eigenkapital die kritische Beleihungsgrenze für ein 1a-Darlehen von 60 Prozent einhalten und sich so eine günstige Finanzierung sichern. Design Bau schafft sich somit eine eigene Firmenkonjunktur, da sie bei manchen Bauwilligen erst durch die Förderung den Stein ins Rollen bringt. Mattner sieht auch in einer Abschaffung der Eigenheimzulage keine große Belastung. "Zwar wird der eine oder andere nicht bauen können, bei uns - und nur wohl bei uns - bekommt man zumindest die hauseigene Förderung", so der Design-Bau-Vorstand.

Hervorragende Aussichten

Der Emissionserlös von rund 15 Millionen Euro dient in erster Linie dazu, Projekte zu realisieren, die unter der aufschiebenden Bedingung eines erfolgreichen Börsenganges stehen. Die Gesellschaft hat insgesamt 379 Grundstücke in der Pipeline, die in den nächsten zweieinhalb Jahren voraussichtlich ein Vorsteuerergebnis von etwa 15 Millionen Euro erzielen werden. Weitere Projekte könnten nach dem IPO schnell hinzukommen. Laut Mattner "bieten die zunehmende Stadt-Umlandwanderung junger Familien sowie das große Grundstücksangebot in den Speckgürteln eine hervorragende Ausgangslage für zukünftiges Wachstum." In den nächsten zwei Geschäftsjahren rechnen die Analysten mit einem Umsatzanstieg von 12,5 über 31 auf 41 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss soll im gleichen Zeitraum von null auf 5,4 Millionen Euro klettern. Legt man ein KGV von 13 für das Geschäftsjahr 2007/08 (28.2.) zugrunde, ergäbe sich ein fairer Börsenwert von rund 70 Millionen Euro oder rund 30 Euro je Aktie.

Zweite Vivacon?

Kurzfristig sind bei der Design Bau AG keine großen Zeichnungsgewinne zu erwarten, wenngleich sich die WestLB, die als erste deutsche Großbank ein IPO im Freiverkehr begleitet, keinen Fehlstart erlauben wird. Sollten die ehrgeizigen Planzahlen erfüllt werden, winken dem Anleger langfristig deutliche Kursgewinne.

Artikel aus DER AKTIONÄR (43/05).

 

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