E.on
- Maximilian Völkl

Desaster für E.on und RWE

Zu den schwächsten Werten im DAX gehören am Donnerstag die Versorgeraktien. E.on und RWE können damit nicht von der Aufhellung des Marktumfelds profitieren. Das Problem: Henri Proglio, der Chef des französischen Energieerzeugers EDF, hat die beiden Konzerne in schärfster Form kritisiert.

In einem Bericht der Financial Times bezeichnet Proglio den deutschen Energiemarkt als „Desaster“. „Die zwei wichtigsten Unternehmen, RWE und E.on, sind unter riesigem Druck“, zitierte ihn das Blatt. „Eines ist mehr oder weniger tot, das andere ist in einer sehr schwierigen Situation.“ Seit der Energiewende hätten die Stromkonzerne mit fallenden Profiten zu kämpfen.

Schwacher Markt

An der Börse ist die Aufwärtsbewegung der Versorgeraktien ebenfalls wieder vorbei. Im schwachen Marktumfeld sind beide Titel unter Druck geraten. Die E.on-Papiere sind nach dem erneuten Ausbruchsversuch zuletzt in den Seitwärtstrend zwischen 13,00 und 14,50 Euro zurückgefallen. Auch der geplante Verkauf des Spanien-Geschäfts an den Wettbewerber Endesa (s. Video unten) konnte den Kurs da nicht nachhaltig stützen.

Auch bei RWE ist die Lage nicht viel erfreulicher. Seit dem Bruch der horizontalen Unterstützung bei 30 Euro haben die Bären das Ruder in die Hand genommen. Die 28-Euro-Marke ist nun in den Fokus der Anleger gerückt. Für zusätzliche Verunsicherung sorgen bei dem Versorger schlechte Nachrichten. Der geplante milliardenschwere Verkauf der RWE-Tochter Dea an den russischen Oligarchen Michail Fridman könnte an einem britischen Einspruch scheitern.

Favorit E.on

Am deutschen Energiemarkt bleibt E.on nach wie vor der attraktivere Wert. Der Konzern ist für die Energiewende besser aufgestellt als Konkurrent RWE und punktet mit einer attraktiven Dividendenrendite von rund 3,5 Prozent. Ab dem kommenden Jahr dürfte der Konzern zudem die Gewinne endlich wieder steigern. Langfristig orientierte Anleger können zugreifen. Der Stopp sollte bei 11,50 Euro belassen werden.

 

(Mit Material von dpa-AFX)

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