Deutz
- Nikolas Kessler - Volontär

Der Klassiker stürzt ab: Deutz-Aktie nach Gewinnwarnung fast 30 Prozent im Minus

Der Motorenbauer Deutz steckt in Schwierigkeiten. Am Dienstag nach Börsenschluss hat das Unternehmen eine Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlicht. Seitdem befindet sich der SDAX-Titel im freien Fall. Mehrere Analysten haben die Aktie bereits abgestuft.

Wegen des schleppenden Geschäfts und der anhaltenden Auftragsflaute erwartet Deutz einen Umsatzeinbruch von rund 20 Prozent. Bisher hatte das Unternehmen mit einem Rückgang von bis zu zehn Prozent gerechnet. Statt der ursprünglich anvisierten EBIT-Marge von drei Prozent werde man außerdem nur noch ein in etwa ausgeglichenes operatives Ergebnis erwirtschaften.

Bereits zu Jahresbeginn hatte Deutz die Aktionäre auf eine Umsatzdelle eingestellt. Zwischenzeitlich haben der schwache Euro und der eingeleitete Sparkurs für etwas Rückenwind gesorgt. Das zweite Halbjahr werde nun aber wieder spürbar schlechter als die erste Jahreshälfte ausfallen. Es werde nun geprüft, ob „weitere Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung“ ergriffen werden müssen. Eine Prognose für das kommende Jahr wollte das Management nicht abgeben.

Analysten ziehen die Notbremse

Infolge der Gewinnwarnung hat die Investmentbank Equinet ihr Anlagevotum von „Hold“ auf „Sell“ gesenkt und das Kursziel von fünf auf 3,80 Euro gesenkt. Wegen der schwachen Nachfrage in wichtigen Endmärkten und des fehlenden Ausblicks für das kommende Jahr senkte Analyst Holger Schmidt seine Prognosen für 2015 und darüber hinaus.

Auch Yasmin Moschitz von der Commerzbank hat Deutz von „Hold“ auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel von 3,50 auf drei Euro gesenkt. Der Aktie stehe nun eine signifikante Abwertung ins Haus. Für die Jahre 2015 bis 2017 kürzte die Analystin ihre Erlösprognose um durchschnittlich 14 Prozent und die EBIT-Schätzung um 68 Prozent.

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat den SDAX-Titel von „Buy“ auf „Reduce“ abgestuft und das Kursziel von 6,25 auf 3,50 Euro gesenkt. Das Ausmaß der Umsatz- und Gewinnwarnung sei besorgniserregend, so Analyst Stefan Augustin. Er monierte vor allem den überproportionalen Ergebniseinbruch im zweiten Halbjahr 2015, für den das Unternehmen keine weitere Begründung geliefert habe.

Die DZ Bank hat ihre Verkaufsempfehlung mit Kursziel vier Euro bestätigt.

 

Finger weg!

Nach der Gewinnwarnung ist die Deutz-Aktie um mehr als ein Viertel eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit Oktober 2014 gefallen. Dass Anleger die Aktie in der gegenwärtigen Situation meiden sollten, versteht sich von selbst.

(Mit Material von dpa-AFX)

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