Hoeft Wessel
- DER AKTIONÄR

Der Funke ist übergesprungen

Die Tage des Barcodes sind gezählt. Statt jedes einzelne Produkt an der Kasse im Supermarkt an einem Lesegerät vorbeizuziehen, übertragen künftig Funkchips die nötigen Informationen selbständig an einen Empfänger. Unternehmen, die früh in die Technologie investiert haben, blicken ebenso in eine rosige Zukunft, wie deren Aktionäre.

Die Funkchip-Technologie RFID findet immer mehr Abnehmer. Unternehmen, die früh in die Technologie investiert haben, blicken ebenso in eine rosige Zukunft, wie deren Aktionäre.

Die Tage des Barcodes sind gezählt. Statt jedes einzelne Produkt an der Kasse im Supermarkt an einem Lesegerät vorbeizuziehen, übertragen künftig Funkchips die nötigen Informationen selbständig an einen Empfänger. Auch wenn RFID (Radio Frequency Identification) eine Zukunftstechnologie darstellt: Schon heute kommen die elektronischen Helfer öfter zum Einsatz als gedacht. Das österreichische Mautsystem beispielsweise nutzt Plaketten mit integriertem Funkchip, Landwirte wissen dank implantierter Technik, welche Kuh wie viel Milch gibt, Logistiker können den Verlauf ihrer Waren stets nachverfolgen - die Liste der Einsatzmöglichkeiten ist schier unendlich. Bis zum Jahr 2010 dürfte die RFID-Technologie jährlich um fast 60 Prozent zulegen.

Passkontrolle überflüssig

Mit diesen Zuwachsraten kann die AKTIONÄRS-Altempfehlung Smartrac bisher locker mithalten. Die niederländische Firma produziert Inlays, die als Vorprodukte für die Fertigung von Reisepässen, Kreditkarten oder Fahrkarten im Nahverkehr zum Einsatz kommen. Zum Halbjahr 2007 stiegen die Umsätze dank der immensen Nachfrage nach RFID-Produkten um 81 Prozent auf 40,7 Millionen Euro.
Der Überschuss kletterte im gleichen Zeitraum um satte 177 Prozent auf 9,2 Millionen Euro. Dieses Tempo möchte Vorstandschef Christian Fischer beibehalten. Zudem hat Smartrac mit der Übernahme der RFID-Sparte von HEI jüngst ein Bein in den US-Markt gestellt.

Großauftrag nach Test?

Im Bereich der Lesegeräte, die nötig sind um die von RFID-Chips gesendeten Daten zu empfangen und auszuwerten, hat sich Höft & Wessel einen Namen gemacht. Jüngst ergatterte die Firma einen Auftrag der Metro Group. Die zum Konzern gehörende Galeria Kaufhof testet die Funktechnik bis Mitte 2008 in einer Filiale in Essen. Dort sollen Verkäufer per Handheld beispielsweise nach bestimmten Produkten suchen können und so die Kunden besser und schneller bedienen. Verläuft die Testphase erfolgreich, könnten Aufträge in größerem Ausmaß folgen.

Strichcode adieu

Der Spezialist für Produktkennzeichnung Avery Dennison setzt ebenso auf RFID. Kunden können bei den Amerikanern komplette Pakete dafür ordern - vom Lesegerät bis hin zum Etikettendrucker. Die Aktie kam zuletzt unter Druck, da das Management die Jahresprognose von 3,90 bis 4,10 Dollar je Anteilschein um rund 0,15 Dollar nach unten korrigierte. Schon ab 2008 sollte jedoch die jüngste Übernahme des Konkurrenten Paxar erste Früchte tragen und das Wachstum in den zweistelligen Bereich befördern.

Beim Kontrahenten Nashua hingegen, der ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt, ist von einem Gewinnrückgang nichts zu spüren. Im Gegenteil: Nachdem im Jahr 2006 ein Verlust von 0,49 Dollar je Aktie die Umstrukturierung des Konzerns erforderte, deutet nach dem ersten Halbjahr 2007 alles auf den Turnaround hin: Nach einem Umsatz von 133 Millionen Dollar blieben bereits 0,30 Dollar Gewinn je Anteilschein hängen.

Fazit

RFID-Anwendungen finden weltweit immer größeren Anklang. Wer darauf setzen möchte, findet in der AKTIONÄRS-Altempfehlung Höft & Wessel ein günstig bewertetes Unterneh-
men mit vollen Auftragsbüchern. Anleger, die bereits in Smartrac investiert sind, sollten unbedingt dabeibleiben - ein Kauf drängt sich aufgrund der hohen Börsenbewertung (siehe Tabelle) nicht mehr auf. Das Papier von Avery Dennison ist auf dem aktuellen Niveau eine erste Wette wert - gelingt zudem der charttechnische Ausbruch, sollte diese Position ausgebaut werden. Aufgrund der geringen Informationsbasis bei Nashua (WKN: 857 413) setzen hier nur risikofreudige Spekulanten auf den Turnaround.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 43/2007.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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