Blue Cap
- Jochen Kauper - Redakteur

DER AKTIONÄR-Hot Stock Blue Cap: Kleines Unternehmen, großes Potenzial

Wie viele Manager halten eigentlich noch Aktien am eigenen Unternehmen? Wie viele sind vom Erfolg des eigenen Unternehmens überzeugt? Grundsätzlich haben Manager mit großen Aktienpaketen an der eigene Firma eine weitaus größere Überzeugungskraft, sie handeln mit einem anderen Verantwortungsbewusstsein. Das führt zumeist zu einer sorgfältigen Planung und Mittelverwendung, sowie einer durchdachten und langfristigen Planung. Zielgerichtet, ohne große Experimente.

Vorstand mit großem Aktienpaket

Hannspeter Schubert gehört zu diesem Kreis. Er selbst hält 45 Prozent am eigenen Unternehmen, an Blue Cap. Blue Cap kauft sich bei anderen Firmen ein. In erster Linie  Firmen, die sich in ihrer Nische eine starke Marktposition aufgebaut haben, allerdings durch Missmanagement oder Finanzierungsprobleme in Schwierigkeiten stecken. Größe: fünf bis 50 Millionen Euro Umsatz. Blue Cap investiert und bringt die Firmen wieder auf Kurs. Darin liegt auch der große Hebel, das Wertsteigerungspotenzial für die Blue Cap-Aktionäre.

Analyst ist überzeugt 

Die Strategie geht auf. Seit 2011 hat Blue Cap den Umsatz von 21,6 Millionen Euro auf 86,6 Millionen Euro 2013 nach oben geschraubt. Warburg-Analyst Felix Ellmann geht davon aus, dass die Erlöse im Jahr 2016 auf 91,6 Millionen Euro klettern. Das Ergebnis je Aktie soll dann bei 1,01 Euro liegen. Zum Vergleich: für das laufende Geschäftsjahr rechnet Ellmann mit 0,65 Euro pro Anteilsschein. Warum so optimistisch?

Blue Cap sei ein wachstumsstarkes Unternehmen. Durch das ausgeprägte Netzwerk erhalte die Gesellschaft regelmäßig neue Möglichkeiten, Shareholder Value zu generieren, indem attraktive Unternehmen akquiriert und entwickelt werden, ist Analyst Ellmann überzeugt.

Alle Beteiligungen mit Potenzial

Zurzeit hat Blue Cap neun Beteiligungen im Gepäck. Alle aus den Bereichen Maschinenbau, Medizintechnik und Klebstoff. Fokus liegt auf Klebstoffen. Der Bereich macht mehr als die Hälfte des gesamten Umsatz von Blue Cap im abgelaufenen Geschäftsjahr aus. Mit Planatol, Wetzel und Biolink hat Blue Cap drei aussichtsreiche Firmen im Portfolio. Die drei Firmen stellen Klebstoffe, Klebefolien oder Beschichtungen zur Holzveredelung oder für die Verpackungsindustrie her. Zu den Abnehmern gehören unter anderem Milliardenkonzerne wie Audi, Airbus und Osram. Warburg-Analyst Ellmann erwartet vor allem von Biolink große Sprünge. Die Beteiligung biete mit qualitativen Produkten und namhaften Kunden das Fundament für einen anhaltenden Ausbau der Klebstoffaktivitäten. Allein im Jahr 2013 hat Biolink ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,5 Millionen Euro erzielt. Zum Vergleich: Das gesamte EBIT von Blue Cap lag 2013 bei 4,2 Millionen Euro.

Übernahme  

Auch die Beteiligungen im Maschinenbau müssen sich nicht verstecken. Gämmerler, SMB-David haben KraussMaffei, MAN Roland und BASF als Kunden. Verstärkt hat Hannspeter Schubert zuletzt das Porfolio im Bereich der Medizintechnik. Jüngstes Mitglied im Beteiligungsportfolio von Blue Cap ist die Firma em-tec. Firmengründer Werner Heinze ging in den Ruhestand, und war auf der Suche nach einer optimalen Nachfolgeregelung. Hannspeter Schubert und seinem Team fand er gleichgesinnte. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht und mich für Blue Cap entschieden, weil Blue Cap zu uns passt“ sagt  Heinze.

Tolle Marge

Ein toller Deal ist es auf jeden Fall für Schubert und seine Mannschaft. Denn: Die Firma ist Kerngesund: em-tec erwirtschaftet Margen zwischen 20 und 25 Prozent. Das wird langfristig für einen ordentlichen Schwung in der Gruppe sorgen. Zur Erinnerung: 2013 lang die EBIT-Marge von Blue Cap bei 4,5 Prozent. „Mit weiteren Investitionen werden wir das bisherige Wachstum des Unternehmens fördern“ kommentiert Hannspeter Schubert das Engagement.

Ein kleiner Vorgeschmack… 

Um das Potenzial der Beteiligungen im Portfolio der Blue Cap bestmöglich zu heben, genügt es nicht, nur als reiner Finanzinvestor zu agieren. Blue Cap investiert demnach nicht nur Kapital in die Firmen, sondern auch Manpower. Soll heißen: Die Firmen werden im Management unterstützt. Sei es in Strategie- oder in Finanzierungsfragen. Einen kleinen Vorgeschmack auf das Potenzial der bevorstehenden Deals lieferte das Blue Cap-Management im Januar 2014.  Nach erfolgreicher Sanierung wurde der Maschinenbauer H. Schreiner Test- und Sonderanlagen GmbH nach nur vier Jahren wieder verkauft. Ergebnis 200 Prozent auf das investiert Kapital. Und das in nur vier Jahren. 

 

Kleines Unternehmen, große Chance 

Im Vergleich zu Gesco, Indus oder Aurelius ist Blue Cap in erster Linie in Süddeutschland aktiv. Fast alle Beteiligungen stammen aus dieser Region. Was nicht heißen soll, dass Schubert und sein Team in den nächsten Monaten das Beteiligungsgeflecht weiter ausbauen werden. Die Möglichkeiten, die Kontakte dafür sind sicherlich vorhaben.  

Dennoch sind die Bewertungsunterschiede drastisch. Betrachtet man das Kurs-Umsatz-Verhältnis, so werden die anderen Beteiligungsfirmen fast doppelt so hoch gehandelt.

 

Highflyer

In den letzten Tagen hat die Blue Cap-Aktie rasant zugelegt. Der Hot Stock aus DER AKTIONÄR Ausgabe 52/2014 ist von 6,90 Euro auf 8,80 Euro geklettert. Sicherlich hat das Papier noch weiteres Potenzial. DER AKTIONÄR geht davon aus, dass der gute Newsflow anhalten wird. Vor einem Neueinstieg warten Anleger jedoch eine Beruhigung des Kurses ab.

 

 

 

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